Wer kauft das «Kauf»?: Luzerner wollen sich das Kaufleuten angeln
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Wer kauft das «Kauf»?Luzerner wollen sich das Kaufleuten angeln

Das Kaufleuten soll verkauft werden – doch an wen? Während Zürcher Investoren schweigen, ist ein Luzerner Gastro-Unternehmen fest zur Übernahme entschlossen.

von
Lea Blum

Das Gerüchte-Karussell um das Zürcher Kaufleuten im Kreis 1 dreht sich weiter. Seit Gründer und Hauptaktionär Fredi Müller entschied, den Club und das Restaurant zu verkaufen, sind etliche Namen von angeblich heiss gehandelten Investoren im Umlauf. Während sich aber potenzielle Käufer aus Zürich komplett bedeckt halten, mischt jetzt ein Luzerner Betrieb kräftig mit. Das Unternehmen «Sinnvoll Gastro» will sich den wohl bekanntesten Zürcher Club schnappen.

Mit der Übernahme des Kaufleuten plant die junge Firma, die bereits einige Betriebe im Restaurant-, Bar- und Hotel-Bereich führt, in die hiesige Clubszene einzusteigen. «Wir wollen schon lange nach Zürich», sagt Philippe Giesser (34). Er gründete «Sinnvoll Gastro» vor vier Jahren mit Heinrich Michel (56) und Simon Feigenwinter (29). «Jeder Betrieb war anfangs ein Versuch. Mittlerweile wagen wir uns auch an grössere Projekte.»

«Bereit, ins Haifischbecken einzutauchen»

Mit dem Kaufleuten liebäugeln die Unternehmer in der Tat mit einem riesigen Projekt. Obwohl sie noch nicht im

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Zürcher Nachtleben verankert sind, trauen sie sich den Betrieb des Kaufleuten aber zweifellos zu: «Wir haben bereits mit Grössen wie Max Herre, Stiller Has oder Blumentopf gearbeitet», sagt Giesser. Zudem seien sie Partner von verschiedenen Personen, die sich in der Zürcher Club- und Gastroszene gut auskennen. Was «Sinnvoll Gastro» konkret mit dem Kaufleuten vorhat, möchte Giesser zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten. Man wolle den bisherigen Betrieb jedenfalls nicht radikal verändern, zumal das Kaufleuten schon seit vielen Jahren bestehe und Teil des Zürcher Nachtlebens sei – und ein Stück weit auch zur Kultur der Stadt beitrage. «Ziel ist, das ‹Kauf› erfolgreich weiterzuführen», hält der Berner mit Wohnsitz in Luzern fest.

Was die Kosten betrifft, geben sich Giesser und sein Team selbstbewusst. Man sei sich im klaren, dass der Kaufpreis im zweistelligen Millionenbereich liegen dürfte. «Wir sind bereit, in dieses Haifischbecken einzutauchen.» Wie viel Geld die Unternehmer exakt in die Hand nehmen, will Giesser aber nicht verraten.

Bereits habe man mit verschiedenen Personen Kontakt aufgenommen. Wer sich die Anteile von Hauptaktionär Fredi Müller definitiv zu eigen machen wird, soll sich am kommenden Freitag zeigen.

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