Luzernerin Carmela arbeitet für Star-Tätowierer in den USA
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«Hat mein Denken verändert»Luzernerin Carmela arbeitet für Star-Tätowierer in den USA

Luzernerin Carmela Sullivan arbeitet regelmässig im Tattoostudio von Motorcross-Star Carey Hart in Florida. Was sie daran liebt und warum sie trotzdem nicht auswandert, erzählt sie im «Fernweh»-Podcast.

von
Melanie Biedermann
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Carmela Sullivan (28) arbeitet selbstständig als Tätowiererin.

Carmela Sullivan (28) arbeitet selbstständig als Tätowiererin.

privat
Die Flexibilität ihres Berufs nutzte sie in den vergangenen Jahren immer wieder für längere Reisen, vor allem in die Staaten. 

Die Flexibilität ihres Berufs nutzte sie in den vergangenen Jahren immer wieder für längere Reisen, vor allem in die Staaten. 

privat
Zum Land verbindet die Luzernerin mehr als eine spezifische Leidenschaft. Carmela lebte als Kind drei Jahre lang in den USA. 

Zum Land verbindet die Luzernerin mehr als eine spezifische Leidenschaft. Carmela lebte als Kind drei Jahre lang in den USA. 

privat

Darum gehts

Andrea: Deinen Beruf als Tätowiererin kannst du von überall ausüben. Fördert das deine Reiselust?

Carmela: Dass ich die beiden Dinge kombinieren kann, hat meine Reiselust sicher unterstützt. Für mich ist das Tätowieren aber auch nicht ein normaler Job, sondern vielmehr ein Teil meines Lebens. Ich muss nicht eine Woche Ferien buchen, um mich von der Arbeit zu erholen. Ich kann ein paar Tage arbeiten, dazwischen die Freizeit geniessen und so auch längere Reisen finanzieren.

Wo hat es dich als Erstes hingezogen?

Zuerst bin ich in Deutschland herumgereist. Der erste grosse Job war in Orlando bei Hart & Huntington, dem Tattoostudio von Carey Hart, dem Mann der Sängerin Pink. Ich war früher regelmässig in Orlando und wollte mich lange bewerben, habe aber abgewartet, bis ich gut genug war – ich wollte, dass sie fast nicht Nein sagen können. Nachdem ich mich mehrere Jahre immer wieder persönlich dort vorgestellt und meine Kontaktdaten hinterlassen hatte, klappte es dann tatsächlich. 

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Dir wurde auch eine Festanstellung angeboten, oder?

Genau. Ich hab abgelehnt, weil mir meine  Familie und engsten Freundinnen und Freunde in der Schweiz wichtiger waren, aber wir haben vereinbart, dass ich regelmässig wieder komme und auch in anderen Hart-&-Huntington-Studios, die über die USA verteilt sind, arbeite.

Auswandern ist also kein Thema? 

Nein, aber ich glaube, ich gehöre an beide Orte. Aus dem Gedanken heraus, dass ich nicht immer fix am selben Ort bleiben muss, weiter wachsen und neue Dinge machen will, hab ich dann auch mein eigenes Studio gegründet.

Woher stammt deine Nähe zu den USA? 

Mein Vater ist Kunstmaler und deshalb lebten wir etwa drei Jahre lang in den Staaten. Ich war drei als wir ankamen und Kindergarten und Schulzeit prägten mich sehr.  Man wird dort im Denken erzogen, dass es immer einen Weg gibt, seine Ziele zu erreichen. Auch der grosse Gerechtigkeitssinn in meiner Schule hat mich sehr geprägt. 

Glaubst du, dass auch deine späteren Reisen in die Staaten, besonders die längeren Aufenthalte, dich als Person verändert haben?

Ja, es hat auch mein Denken verändert. Diese Sichtweise, dass es weit mehr als eine Art gibt zu leben und dass du jeden Tag eine Richtung einschlagen kannst, die du möchtest, hat mich auch in der Schweiz weitergebracht. Deswegen geh ich auch immer wieder gerne dorthin zurück, weil es mich jedes Mal weiterbringt und jedes mal aufs Neue noch offener für Neues macht.

Carmelas beste Anekdoten aus ihrer Arbeit in den USA und ein ungeheueres Erlebnis beim Surfen gibts bei «Fernweh», direkt hier: Einfach S2, E2 oder E9 antippen.

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