Dating-Knöpfe in Luzern – Luzernerin will Singles mit Buttons statt Dating-App zusammenbringen
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Dating-Knöpfe in Luzern Luzernerin will Singles mit Buttons statt Dating-App zusammenbringen

Stephanie Boo wagt einen neuen Weg: Verschiedene Knöpfe sollen Singles helfen, sich zu finden. Hinter dem Projekt steht aber auch eine fundierte Vorarbeit.

von
Tino Limacher
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Stephanie Boo möchte Singles mit Knöpfen zusammenbringen, welche dem Gegenüber die Art der Beziehung und sexuelle Orientierung signalisieren. Sie möchte damit eine Alternative zu Dating Apps schaffen, aber auch das Dating selbst nach dem Lockdown wieder in Schwung bringen.

Stephanie Boo möchte Singles mit Knöpfen zusammenbringen, welche dem Gegenüber die Art der Beziehung und sexuelle Orientierung signalisieren. Sie möchte damit eine Alternative zu Dating Apps schaffen, aber auch das Dating selbst nach dem Lockdown wieder in Schwung bringen.

Natalie Boo
Stephanie Boo (Bild) arbeitet als Jugendarbeiterin und studiert an der Hochschule Luzern soziokulturelle Animation.

Stephanie Boo (Bild) arbeitet als Jugendarbeiterin und studiert an der Hochschule Luzern soziokulturelle Animation.

Natalie Boo
Boo war selbst lange Single, weshalb sie auch eine grosse Motivation hatte, eine Alternative zu Dating Apps zu kreieren. Auch im Austausch mit ihrem Umfeld fragte sie sich, wie man sich als Single in der realen Welt besser zu erkennen geben kann. 

Boo war selbst lange Single, weshalb sie auch eine grosse Motivation hatte, eine Alternative zu Dating Apps zu kreieren. Auch im Austausch mit ihrem Umfeld fragte sie sich, wie man sich als Single in der realen Welt besser zu erkennen geben kann.

Natalie Boo

Darum gehts

  • Stephanie Boo, Jugendarbeiterin und Studentin an der HSLU, ist Initiantin des Projekts «chn.opf».

  • Mit den Knöpfen möchte sie das Dating verändern, aber auch wieder in Schwung bringen. Gerade der Shutdown habe die Menschen entfremdet, sagt Boo.

  • Zudem ist der Mehrwert gegenüber der Dating-Apps laut Boo, dass man nur bei realen Begegnungen den ‹ersten Funken› spürt sowie sich nur bedingt verstellen kann.

  • Verfügbar sind die Knöpfe ab Mitte Oktober. Boo plant diese auch an Gastrobetriebe und Jugendarbeitsstellen zu verteilen. Zukünftig plant sie auch «chn.opf»-Partys, wo sich Singles gezielt treffen könnten.

Stephanie Boo, Initiantin des Projekts «chn.opf», möchte mit ihren Knöpfen wieder Schwung ins Dating bringen. «Der Shutdown hat uns entfremdet, deshalb war es mir wichtig, dass die Leute wieder aufeinander zu gehen und ihr Liebesglück wieder in der Welt draussen suchen.» Hinter dem Projekt stand wie so oft zuerst eine Idee. «Bei einem Bier mit einer guten Freundin habe ich mit ihr diskutiert, wie es möglich sei, Singles und ihre Beziehungswünsche respektive Orientierungswünsche besser erkennbar zu machen», sagt Boo. Weil sie selbst lange auf der Suche nach der Liebe war, trieb sie aber auch eine grosse Eigenmotivation an, eine Alternative zu Dating-Apps zu kreieren.

Alternative zu Dating-Apps

Doch was bieten im Zeitalter der Dating-Apps die Knöpfe für einen Mehrwert? Boo meint dazu: «Bei einer realen Begegnung spielt vermehrt ‹der erste Funke› eine grosse Rolle, was beim erstmaligen Chatten auf einer Online-Dating Plattform so nicht möglich ist. Zudem kann man auf einer Online-Dating Plattform so sein, wie man sein möchte. In der realen Welt geht das nur bedingt.» Dazu entwickelte Boo zwei Arten von Knöpfen mit unterschiedlichen Symbolen und Farben: Vier Knöpfe geben die Art der Beziehung an, die man sich wünscht, und drei weitere geben über die sexuelle Orientierung Aufschluss. «Man kann zwei oder auch nur einen Knopf anstecken. Es funktioniert beides», wie die Initiantin weiter erklärt.

Fundierte Vorarbeit war wichtig

Hinter dem Projekt steht aber auch eine grosse, akribische Vorarbeit. «Als Jugendarbeiterin habe ich mit vielen Jugendlichen gesprochen, aber auch mit Singles in meinem Umfeld. Im Rahmen dieser Situationsanalyse habe ich so 100 Personen gefragt, was aber natürlich nicht einer repräsentativen Umfrage entspricht.» Sie habe zudem recherchiert und mit Hochschuldozenten oder mit LGBTQ-Communitys darüber gesprochen, ob es etwas Ähnliches schon gibt oder wie die Knöpfe am besten gestaltet werden könnten. «Mir war es wichtig, das Projekt fundiert aufzugleisen und die Knöpfe den Bedürfnissen der verschiedenen Singles entsprechend zu gestalten», so Boo.

Richtig starten wird das Projekt ab Mitte Oktober, weil dann die ersten Knöpfe zum Liefern bereit sind. «Ich bin mir sicher, dass es einen Erfolg wird, weil einfach das Bedürfnis da ist». Die Knöpfe will sie zudem an Bars, Clubs, Restaurants oder auch an lokalen Jugendarbeitsstellen verteilen. «Ob diese die Knöpfe dann verkaufen möchten oder an Suchende gratis weitergeben, überlasse ich den Wirten.» In Zukunft plant sie ebenfalls «Chn.opf»-Partys zu veranstalten, damit Singles ihr Glück noch schneller finden können.

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Hier findest du Hilfe:

Lilli.ch, Onlineberatung

Tschau, Onlineberatung

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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