Luzerns Jugendwohnungen sind gefragt wie nie zuvor
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Luzerns Jugendwohnungen sind gefragt wie nie zuvor

Teenager, die zu Hause Zoff haben, finden Unterschlupf in sogenannten Jugendwohnungen. Doch diese sind rar und die Wartelisten lang.

«Vor drei Jahren hielt ich es zu Hause nicht mehr aus und haute ab», sagt Michael Kühn (20). «Da war ich froh, als mich die Jugendberatung Emmen in diese WG vermittelte.»

Der Schreiner-Praktikant hatte Glück: Denn die acht Zimmer in den drei teilbetreuten Jugendwohnungen in Luzern, Ebikon und Horw sind gefragt wie noch nie.

Vor allem jetzt ist der Run gross: «Schulabgänger, die zu Hause Probleme haben und ohne Lehrstelle dastehen, suchen oft eine Übergangslösung», sagt Sozialpädagogin Anita Herger (30).

Im Auftrag der Stiftung Luzerner Jugendheim Schachen betreut sie zweimal pro Woche die Mädchen-WG in Ebikon. Es gilt: Die 16- bis 20-jährigen Bewohner müssen motiviert sein und monatlich 900 Franken bezahlen.

Immer wieder frage die Amtsvormundschaft nach freien Zimmern – oft vergebens. «Darum haben wir der Stadt den Antrag gestellt,

eine vierte WG eröffnen zu dürfen», sagt Herger.

Aus finanziellen Gründen stehe es aber schlecht um diesen Plan. Luzern selber bietet keine Jugendwohnungen an. Denn, so Elisabeth Fahrni vom Sozialzentrum Rex: «Die Stadt besitzt gar keine eigenen Liegenschaften.»

(ewi)

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