Femizid in Au-Wädenswil - M. W. muss 15 Jahre ins Gefängnis, weil er seine Ex-Partnerin ermordete
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Femizid in Au-WädenswilM. W. muss 15 Jahre ins Gefängnis, weil er seine Ex-Partnerin ermordete

Im Juli 2019 tötete ein 33-jähriger Deutscher seine schlafende Lebenspartnerin. Am Donnerstag verkündete das Bezirksgericht Horgen das Urteil.

von
Lynn Sachs
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M. W. stand vor dem Bezirksgericht Horgen.

M. W. stand vor dem Bezirksgericht Horgen.

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Er soll im Juli 2019 seine Partnerin mit einem Fleischmesser getötet haben.

Er soll im Juli 2019 seine Partnerin mit einem Fleischmesser getötet haben.

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Der 33-Jährige war während des Verfahrens geständig, dass er K. getötet hat.

Der 33-Jährige war während des Verfahrens geständig, dass er K. getötet hat.

20min/News-Scout

Darum gehts

  • Der 35-jährige M. W. stand wegen Mordes an seiner Lebenspartnerin vor Gericht.

  • Er hat im Juli 2019 die 24-jährige K. im Schlaf getötet.

  • Das Bezirksgericht Horgen hat den Beschuldigten verurteilt.

Am Donnerstag verkündete das Bezirksgericht Horgen das Urteil im Femizid in Au-Wädenswil vom Juli 2019. Der 35-jährige M. W. wird wegen Mordes an seiner Ex-Partnerin zu einer Freiheitsstrafe von 15 Jahren verurteilt. Zudem wird er für 12 Jahre des Landes verwiesen. Es wird eine ambulante Therapie angeordnet. Zusätzlich wurde der Beschuldigte wegen mehrfacher Nötigung, Betrug und weiteren Delikten schuldig gesprochen. Den Angehörigen des Opfers muss W. eine Genugtuung in der Höhe von 160’000 Franken bezahlen.

Das Gericht geht davon aus, dass der Beschuldigte den Tatentschluss erst kurz vor der Tötung gefasst hatte. Dann habe er seine Tat in ganzer Brutalität vollzogen. Das Gesamtbild der Handlungen zeuge von besonderer Skrupellosigkeit und Kaltblütigkeit. Die Schwere der Taten würden zeigen, wie geringfügig der Beschuldigte das Leben des Opfer eingeschätzt habe. Das Opfer sei währenddessen ratlos und wehrlos auf dem Bett gelegen.

Mit Champagnerflasche geschlagen

Der Beschuldigte war während des Verfahrens geständig, seine 24-jährige Partnerin getötet zu haben. Laut der Anklageschrift soll der Beschuldigte der schlafenden K. mehrmals eine Champagnerflasche mit voller Wucht auf den Kopf geschlagen haben. Danach habe er die 24-Jährige bis zur Ohnmacht gewürgt und ihr anschliessend mit einem Fleischmesser sechsmal auf den Oberkörper eingestochen. Nach der Tat habe der 35-Jährige Deutsche einen Abschiedsbrief hinterlassen. Dann sei er zum Polizeiposten in Zürich-Oerlikon gefahren und hat sich gestellt.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine lebenslängliche Freiheitsstrafe und eine Verurteilung wegen Mordes. Der Verteidiger des Beschuldigten plädierte hingegen für einen Schuldspruch wegen vorsätzlicher Tötung. Der 35-Jährige habe die Tat nicht im vornherein geplant gehabt. Er forderte eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren und drei Monaten.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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