Aktualisiert 04.08.2004 22:50

Mach mich an

Dicker, härter, stärker: Nur die besten Schlösser sichern das Velo einigermassen vor Dieben.

Nun ist es weg, und du bist wieder allein. Das Fahrrad ist keine treue Seele, wenn man es nicht ständig mit Stahlfesseln zum Bleiben zwingt. Tests zeigen, dass grundsätzlich jedes Veloschloss geknackt werden kann – die Frage ist nur, wie viel Zeit und welche Werkzeuge man dazu braucht.

Um nicht plötzlich völlig radlos dazustehen, sichert man sein Velo mit einem starken Schloss; doch welches ist gut genug? Wir fragen den Zürcher Velohändler Christian Elsener. Er empfiehlt für ein Fahrrad bis 1000 Franken ein Schloss für 30 bis 60 Franken. Für wertvollere Bikes rät er zu einem Schloss der höchsten Güteklasse – diese haben jedoch ihren Preis.

Praktisch ist das Panzerkabelschloss, das während der Fahrt auch um die Hüfte getragen werden kann. Diese Schlösser gelten als schwer knackbar und schneiden bei Tests regelmässig gut ab. Bügelschlösser sind ebenfalls ein sicherer Wert. Seit die Firma Kryptonite diesen Schlosstyp Anfang der Achtzigerjahre einführte, hat er sich auch bei uns stark verbreitet. Auch eine dicke Stahlkette ist relativ sicher. Allerdings nützt das Ganze nichts, wenn ein minderwertiges Schloss dabei zum schwächsten Glied wird.

Allein im Kanton Zürich werden jedes Jahr über 10000 Velos gestohlen, in der ganzen Schweiz mehr als 100000. Ein Rundgang am Zürcher Hauptbahnhof zeigt, dass die abgestellten Fahrräder oft mit leichten Kabel- oder Spiralschlössern gesichert werden, die mit einem Seitenschneider leicht zu öffnen sind. Zwar fahren mit einem Bügelschloss aus gehärtetem Stahl, mit massiven Eisenketten oder mit einem Panzerkabelschloss schon mal ein oder zwei Kilo mehr auf dem Velo rum – dafür kann es aber nicht mit einfachsten Mitteln geknackt werden. Mit einem Kältespray kriegt man vielleicht ein Nullachtfünfzehn-Schloss auf, die starken Sicherheitsschlösser aber sind teilweise sicher bis minus 40 Grad – das schafft kein Spray. Da brauchts schon gröberes Geschütz wie eine elektrisch betriebene Trennscheibe.

Die Tipps

Wer sein Velo an dunklen Ecken und in verlassenen Hinterhöfen abstellt, schafft für Diebe einen ruhigen Arbeitsplatz, wo sie mit Musse an ihr Werk gehen können. Besser ist es, den Drahtesel an gut sichtbaren, belebten Orten zu lassen. Damit das Fahrrad nicht einfach weggetragen werden kann, schliesst man es an einen Veloständer, ein Geländer oder Ähnliches. Ausserdem sollte das Schloss dem Boden nicht zu nahe kommen (da sonst ein schwerer Hammer das Schloss leichter zerstören kann), und der Schliessmechanismus sollte nach unten zeigen. Wer zusätzlich seine Räder oder den Sattel gegen Diebstahl sichern möchte, kann diese Teile statt mit Schnellspann-Naben mit Pitlock-Sicherheitsschrauben versehen. Diese lassen sich nur mit einer speziellen Code-Mutter lösen, die wie ein Schlüssel funktioniert.

Text -- Felix Raymann

Fotos -- Dina Haas

Info

Velo Elsener, Seefeldstrasse 24, Zürich.

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