19.10.2019 20:30

EngagementMachen Influencer bei den Wahlen den Unterschied?

Vor den Wahlen haben sich auf Social Media zahlreiche Stars bemüht, ihre Follower zum Abstimmen zu bringen. Ein Politologe sagt, ob das einen Einfluss haben wird.

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fim
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Der Bieler Musiker Nemo hat auf Instagram aktuell 24'000 Abonnenten. In seinen Insta-Storys hat er diese daran erinnert, das Wählen nicht zu vergessen.

Der Bieler Musiker Nemo hat auf Instagram aktuell 24'000 Abonnenten. In seinen Insta-Storys hat er diese daran erinnert, das Wählen nicht zu vergessen.

Instagram
Die Luzernerin Anja Zeidler ist eine der reichweitenstärksten Influencerinnen des Landes. Ein substanzieller Teil ihrer 303'000 Followerinnen und Follower kommt aus der Schweiz.

Die Luzernerin Anja Zeidler ist eine der reichweitenstärksten Influencerinnen des Landes. Ein substanzieller Teil ihrer 303'000 Followerinnen und Follower kommt aus der Schweiz.

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Anja hat auf Instagram in mehreren Storys eine ganz genaue Wahlanleitung für ihre Community hochgeladen – ganz neutral, ohne ihre politische Gesinnung öffentlich zu machen.

Anja hat auf Instagram in mehreren Storys eine ganz genaue Wahlanleitung für ihre Community hochgeladen – ganz neutral, ohne ihre politische Gesinnung öffentlich zu machen.

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Am Sonntag bestimmen die Schweizer Wählerinnen und Wähler, wie sich das Parlament für die nächste Legislaturperiode neu zusammensetzen wird. Im Vorfeld zeigten sich bekannte Stimmberechtigte auf Social Media so engagiert wie nie: Musiker, Influencer und Künstler wiesen ihre Follower darauf hin, unbedingt abstimmen zu gehen.

Anja Zeidler (26) gab ihren über 300'000 Followern in den Insta-Storys eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Wählen, der Zürcher Musiker Faber (26) spielte ein Konzert, zu dem man ein ausgefülltes Wahlcouvert mitbringen musste, um reinzukommen.

Auch Hit-Schreiber Nemo (20) postete Wahlreminder, Künstler Elay Neal Moses (23) verlinkte auf Wahlhilfsseiten, und Rapper Knackeboul (37) sagt sogar, wen er wählen würde.

Grosse Reichweite, junge Wähler

Die Social-Media-Grössen erreichen Hunderttausende Follower, darunter einen grossen Anteil Schweizerinnen und Schweizer – und vor allem junge potenzielle Wähler. Werden sie einen Unterschied machen können?

«Einen gewissen Impact wird das haben», sagt Politologe Dr. Louis Perron. Vor allem, weil sich durch die Klimabewegung seit gut einem Jahr viele junge Menschen an den Demonstrationen beteiligten. «Content, Überzeugung und Engagement sind da», sagt Perron.

«Spürbare Erhöhung möglich»

Der Experte hält eine «spürbare Erhöhung der Stimmbeteiligung» für möglich, gerade bei den jüngeren Wählern. «Wahrscheinlich werden vor allem die Grünen davon profitieren.»

Wie viel höher die Beteiligung tatsächlich ausfallen wird und vor allem wie nachhaltig, sei derweil jedoch offen. Perron fügt an: «Traditionellerweise hat die institutionelle Politik eher wenig Anziehung auf junge Menschen.»

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