Homosexualität: Machos haben Angst vor Gays
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HomosexualitätMachos haben Angst vor Gays

Schuld sind die Gene: So erklären sich manche die Liebe zwischen Männern. Eine Studie zeigt, weshalb einige Heteros so denken.

von
Deborah von Wartburg
Regenbogen als Symbol der gleichgeschlechtlichen Liebe: Noch immer kämpfen Homosexuelle für ihre Rechte. (Bild: Istock)

Regenbogen als Symbol der gleichgeschlechtlichen Liebe: Noch immer kämpfen Homosexuelle für ihre Rechte. (Bild: Istock)

Auf die Frage, was die sexuelle Orientierung eines Menschen bestimmt, hat die Wissenschaft noch keine eindeutige Antwort. Doch viele Laien habe ihre eigene Erklärung gefunden: Einige vertreten die Meinung, dass der Grund für Homosexualität ein biologischer sei. Demnach sind Gene und Hormone verantwortlich für die sexuelle Orientierung. Andere glauben, diese werde erst im Laufe des Lebens entschieden und sei bis zu einem gewissen Grad frei wählbar.

Wer an welche Erklärung glaubt, haben Forscher der Uni Genf nun in einer Studie untersucht. Mit Fragebögen ermittelten sie bei rund 180 heterosexuellen Männern die eigene Definition von Männlichkeit. Zudem fragten sie, welche Erklärung für Homosexualität sie für die richtige hielten.

«Einige heterosexuelle Männer fühlen sich durch Schwule in ihrer Männlichkeit bedroht»

Ergebnis: Vor allem diejenigen Männer, die ihre Männlichkeit als Gegensatz zur Weiblichkeit definieren, bevorzugen die biologische Erklärung. «Diese Männer fühlen sich von Homosexualität oft in der eigenen Männlichkeit bedroht», meint Studienleiter Juan Falomir-Pichastor, Sozialpsychologe der Uni Genf. Das, weil Schwule und Lesben die klaren Grenzen zwischen Mann und Frau in Frage stellten. «Die biologische Erklärung macht es den heterosexuellen Männern einfacher, sich von Schwulen klar abzugrenzen», sagt der Wissenschaftler.

Laut Studie haben Frauen dieses Problem nicht. Sie sind sich ihrer Weiblichkeit bewusst, ohne sich dabei von Lesben abgrenzen zu müssen.

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