Aktualisiert 04.05.2012 08:48

Die Chips-Nazis kommenMacht Ashton damit die Inder zum Affen?

Als Inder Raj sollte Ashton Kutcher die Werbetrommel für einen Chipshersteller ankurbeln. Stattdessen ruft die Parodie aber nun übereifrige Anti-Rassismus-Aktivisten auf den Plan.

von
kis

Mit «Mein Name ist Raj, ich bin ein Bollywood-Produzent und bin auf der Suche nach dem leckersten Ding überhaupt» eröffnet Schauspieler Ashton Kutcher den Werbespot eines amerikanischen Chipsfabrikanten. In insgesamt vier Kostümen stellt sich Kutcher als vermeintlicher Single vor, der auf der Suche ist nach seinem persönlichen Glück – vom aufgedrehten Inder bis zum abgehobenen Karl Lagerfeld-Verschnitt. Doch statt für Lacher und steigenden Absatz zu sorgen, sehen sich Kutcher und Popchips nun mit der Bezichtigung des Rassismus konfrontiert. Im Rahmen dieser sogenannten «Brownface Controversy» schiessen Blogger Anil Dash und Rapper Das Racist scharf gegen den Schauspieler: «Kann dem mal einer sagen, dass Brownface-Spots nicht cool sind?» und «Nehmt den Mist aus dem Netz und entschuldigt euch!», fordern sie auf diversen sozialen Netzwerken.

Wo lautstark Steine geworfen werden, finden sich schnell Anhänger. So kam es, dass die Telefonnummer und die E-Mail-Adresse des verantwortlichen Auftraggebers im Netz landete, wie die amerikanische Presse berichtet. Nun reagiert Popchips auf die protestierende Internetgemeinde und schneidet die besagten Szenen aus dem Video. In einer Stellungnahme heisst es: «Das Dating-Video wurde produziert, um Lacher zu provozieren. Es war niemals beabsichtigt, Stereotypen zu zeigen oder Menschen zu beleidigen», so die offizielle Pressestelle.

Stereotypen keine Absicht?

Dass sich die Firma offiziell entschuldigt, ist verständlich – in einem Land, wo Schadenersatz regelmässig Menschen zu Millionären macht, erst recht. Dass Raj gleich aus dem Clip geschnitten werden muss, scheint dennoch etwas übertrieben.

Sicher ist, dass Film und Werbung seit Jahren von überzeichnet dargestellten Stereotypen leben. Oder kennen Sie viele Schweizer, die den beiden Käsern aus der Appenzeller-Werbung ähneln?

Was halten Sie vom kontroversen Werbespot? Ein Meisterstück unterhaltsamer Kostümierung oder eine verletzende Kampagne für Menschen indischer Herkunft?

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