Macht er weiter? Davon hängt Lewis Hamiltons Zukunft in der Formel 1 ab
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Englischer SuperstarMacht er weiter? Davon hängt Hamiltons Zukunft in der Formel 1 ab

Tritt Lewis Hamilton tatsächlich aus der Königsklasse des Motorsports zurück? Vieles deutet daraufhin, dass Entscheidungen des Weltverbandes FIA diese Frage beantworten werden.

Mit diesem Überholmanöver schnappte Verstappen Lewis Hamilton den Titel weg.

SRF

Darum gehts

  • Spekulationen um einen Rücktritt des F1-Superstars Lews Hamilton reissen nicht ab.

  • Gemäss Experten könnten Gespräche zwischen Mercedes und Weltverband FIA wegweisend sein.

  • Offenbar geht es um eine mögliche Absetzung von Rennleiter Michael Masi.

  • Auch eine Untersuchung der Geschehnisse in Abu Dhabi könnte Hamiltons Entscheidung lenken.

«Ich hoffe sehr, dass Lewis weiterfährt», sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff (50) im Rahmen einer Medienrunde am 14. Dezember. Schliesslich sei er der grösste Rennfahrer aller Zeiten, so der Österreicher. Ob sein Schützling Lewis Hamilton (37) in der kommenden Saison noch in der Formel 1 an den Start gehen wird oder nicht, konnte auch der Österreicher nicht sagen.

Gut einen Monat später weiss man nicht viel mehr: Superstar Hamilton selbst schweigt weiter. Keine Social-Media-Postings, keine Statements, gar nichts. Als desillusioniert hatte Wolff sich und Hamilton in den Tagen nach dem Saisonfinal in Abu Dhabi beschrieben. Spekulationen über einen allfälligen Rücktritt des siebenfachen Weltmeisters kursierten seither wie wild. Nun kommt allerdings etwas Bewegung in die Sache.

Gipfeltreffen zwischen Wolff und FIA-Boss

So kam es am Freitag zum Gipfeltreffen zwischen Mercedes-Teamchef Toto Wolff und dem neuen Boss des Motorsport-Weltverbandes FIA, Mohammed Ben Sulayem (60). Wie die britische Zeitung «Dail Mail» berichtete, würde die Formel-1-Zukunft von Lewis Hamilton massgeblich vom Ausgang dieses Treffens am Freitag abhängen.

Dann nämlich wollten sich Wolff und Mohammed Ben Sulayem über die Geschehnisse beim Saisonfinale in Abu Dhabi austauschen, die Hamilton den achten Fahrertitel kosteten. «Das wird niemals vergessen sein. Weil es einfach Unrecht war, was Lewis widerfahren ist», sagte Wolff in einem Interview zu seinem 50. Geburtstag am Mittwoch der österreichischen «Kronen-Zeitung».

Rücktritt von Masi als Kehrtwende?

Dem Bericht der «Daily Mail» zufolge fordern die Mercedes-Bosse die Absetzung von Michael Masi (44), der als Rennleiter die umstrittenen Entscheidungen in der finalen Phase des Showdowns in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu verantworten hatte. Gerüchten zufolge soll auch F1-Technikchef Michael Tombazis den Hut nehmen müssen, damit Hamilton weitermacht.

Ob und wenn ja, an welche Bedingungen Hamilton ein Weitermachen knüpft, darüber wird kräftig spekuliert. Wie die BBC und der Sender Sky Sport aus Grossbritannien zuletzt berichteten, soll Hamilton seine Entscheidung auch vom Ausgang der Untersuchung durch den Automobil-Weltverband abhängig machen. Diese hat bereits begonnen, wie die Fia am Donnerstag in einer Mitteilung bestätigte.

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Lewis Hamilton und die Formel 1: Wie geht es weiter?

Lewis Hamilton und die Formel 1: Wie geht es weiter?

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Sein letzter öffentlicher Auftritt: In der Woche nach Abu Dhabi wurde Hamilton in Windsor von Prinz Charles zum Ritter geschlagen.

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Seither ist es ruhig geworden um den 37-Jährigen.

Seither ist es ruhig geworden um den 37-Jährigen.

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Warten auf Untersuchungs-Ergebnisse

Die Ergebnisse dieser detaillierten Aufarbeitung sollen im Februar der Formel-1-Kommission präsentiert und Entscheidungen darüber bei einer Sitzung des sogenannten World Motor Sport Council am 18. März in Bahrain vor dem Saisonauftakt getroffen werden. Zudem soll sich am kommenden Mittwoch der Sportbeirat des Verbandes mit dem Einsatz des Safety Cars beschäftigen. Sport-Generalsekretär Peter Bayer soll Vorschläge zu einer neuen Formel-1-Struktur des Verbandes erstellen.

In der Untersuchung geht es vor allem um die Phase, die im letzten Rennen in den letzten Minuten eine mitreissende WM auf höchst umstrittene Weise entschied. Rennleiter Masi hatte in der Safety-Car-Phase dafür gesorgt, dass Hamiltons Rivale Max Verstappen in der letzten Runde die Chance auf ein finales Überholduell bekommen hatte. Diese hatte der Niederländer im Red Bull gekonnt genutzt und die WM am Ende einer mitreissenden Saison für sich entschieden.

Image-Politur mit oder ohne Hamilton

Anlass zu dieser Untersuchung gab das Empfinden der FIA, dass die Ereignisse von Abu Dhabi das Image der Meisterschaft getrübt hätten. Dies bemerkte der Verband in einer Stellungnahme. Darin heisst es weiter, dass die Ereignisse «zu erheblichen Missverständnissen und Reaktionen bei den Formel-1-Teams, Fahrern und Fans» geführt hätten. Nun wolle man «aussagekräftige Rückmeldungen und Schlussfolgerungen vor Beginn der Saison 2022.»

Mit «Fahrern» ist wohl vor allem Hamilton gemeint, der zumindest gemäss Toto Wolff grossen Anteil am Image der Formel 1 hat: «Ich hoffe sehr, dass wir ihn wieder sehen. Er ist der wichtigste Part unseres Sports», betonte Wolff und wurde mit Blick auf den 103-maligen Grand-Prix-Gewinner noch ein bisschen deutlicher: «Es wäre ein Armutszeugnis für die ganze Formel 1, wenn der beste Fahrer wegen hanebüchener Entscheidungen beschliesst aufzuhören.» Hamilton hatte erst im Sommer vergangenen Jahres seinen Vertrag beim deutschen Werksteam um weitere zwei Jahre bis Ende 2023 verlängert.

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(dpa/sih)

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