Wirkung guter Taten: Macht Gutes tun oder Gutes empfangen glücklicher?
Publiziert

Wirkung guter TatenMacht Gutes tun oder Gutes empfangen glücklicher?

Ein Lächeln, ein überraschendes Geschenk oder eine helfende Geste – gute Taten können viel bewirken. Davon ist auch Dr. Lisa Wagner überzeugt. Die Psychologin erklärt im Interview mit 20 Minuten, was es wirklich braucht, um glücklich zu sein.

1 / 26
Die Psychologin Lisa Wagner spricht im Interview über gute Taten und deren Wirkung.

Die Psychologin Lisa Wagner spricht im Interview über gute Taten und deren Wirkung.

zvg
Schenke einer fremden Person auf der Strasse ein Lächeln.
Kleine Gesten mit grosser Wirkung

Schenke einer fremden Person auf der Strasse ein Lächeln.

Unsplash
Dir gefällt ein Outfit von jemandem? Sag es!
Kleine Gesten mit grosser Wirkung

Dir gefällt ein Outfit von jemandem? Sag es!

iStock

Darum gehts

Frau Wagner, kann man das eigene Glück beeinflussen?

Ja, grundsätzlich ist das eigene Glück beeinflussbar. Natürlich spielen dabei individuelle Faktoren mit und die Beeinflussbarkeit ist auch sehr verschieden. Aber oft reichen ganz einfache Übungen, um sich selbst glücklicher zu stimmen.

Und wie geht die wichtigste dieser Übungen?

Es gibt eine Übung, die ich sehr gerne mag. Man schreibt sich abends drei gute Dinge auf, die einem während des Tages passiert sind. Damit werden die positiven Gefühle wieder hervorgerufen und das Glücklichsein ein Stück weit aktiv beeinflusst.

Forschungsergebnisse zeigen, dass es uns glücklich macht, eine gute Tat zu vollbringen.

Dr. Lisa Wagner

Wenn Übungen wie diese unser Glücklichsein beeinflussen, haben dann auch gute Taten einen positiven Effekt auf uns?

Ja, genau. Forschungsergebnisse zeigen, dass es uns glücklich macht, eine gute Tat zu vollbringen. Das gilt genauso, wenn ich selbst eine erlebe. Das löst ein Gefühl der Dankbarkeit und Warmherzigkeit aus.

Wann nimmt man denn etwas als gute Tat wahr?

Das Entscheidende ist, dass man einfach die Absicht dahinter erkennt. Wenn ich die gut gemeinte Handlung nachvollziehen kann, nehme ich sie als gute Tat wahr. Ob die gute Tat dann immer gelingt, ist die andere Frage – aber Hauptsache, ich erkenne die wohlwollende Absicht.

Was macht uns denn glücklicher: eine gute Tat zu vollbringen oder sie von anderen zu empfangen?

Eigentlich macht uns beides glücklich, einfach auf eine andere Weise. Sogar, wenn wir nur eine gute Tat beobachten, löst es in uns eine positive Emotion aus. Studien zeigen aber auch relativ konsistent, dass es einen positiveren Effekt auf unser Glücklichsein hat, wenn man anderen etwas Gutes tut als einem selbst.

Gibt es denn auch Gründe, die uns daran hindern, gute Taten zu vollbringen?

Auf jeden Fall! Oft hindert uns eine Angst, dass wir etwas falsch machen könnten, daran. Was sehr schade ist, denn mit einer guten Tat machen wir meistens jemanden und uns selbst glücklich. Natürlich fällt einem das nicht immer leicht, vor allem wenn wir in schlechter Stimmung sind. Da ist man weniger gewillt, jemandem etwas Gutes zu tun.

Aber wie kann man trotzdem andere dazu motivieren, gute Taten zu vollbringen?

Das Einfachste ist eigentlich, mit gutem Beispiel voranzugehen und damit andere zu inspirieren. Indem man aufzeigt, was gute Taten bewirken können, motiviert man andere dazu, es uns gleichtun zu wollen.

Bei Happy Habits lernst du tolle neue Gewohnheiten kennen, die glücklich machen. Das Trainingsprogramm wurde an der Uni Zürich unter anderem von Dr. Lisa Wagner entwickelt und basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Das Happy-Habits-Training ist kostenlos und kann auch bequem von zu Hause aus online bearbeitet werden.

Gutes tun und andere inspirieren!

Deine Meinung