Aktualisiert 05.03.2020 13:05

Andrea All In

«Macht mich Essen geil?» – ein Selbsttest

Mit Ernährung die Lust auf Sex ankurbeln – geht das wirklich? Ich probiere es aus und führe ein Lust-Protokoll.

von
avb
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IIh – die Kefir-Milch schmeckt irgendwie abgestanden.

IIh – die Kefir-Milch schmeckt irgendwie abgestanden.

Stevan Bukvic
Sellerie ist frisch und knackig und eher mein Ding.

Sellerie ist frisch und knackig und eher mein Ding.

Stevan Bukvic
Der Wein ist mir zwar lieber, aber Kombucha schmeckt immerhin besser als Kefir.

Der Wein ist mir zwar lieber, aber Kombucha schmeckt immerhin besser als Kefir.

Stevan Bukvic

Gefühlt dreht sich heute alles um Sex und Ernährung. Höchste Zeit, in einem Selbstversuch zu testen, ob ich durchs Essen meine Libido tatsächlich beeinflussen kann. Tim Spector, ein guter Freund und weltweit bekannter Ernährungsexperte, erklärt sich spontan bereit, mir einen auf neurowissenschaftlichen Erkenntnissen basierenden Ernährungsplan zusammenzustellen.

Kefir, Sauerkraut und Kombucha, aber immerhin auch genügend Rotwein und dunkle Schokolade kommen auf den Einkaufszettel. Was Spector auflistet, klingt nicht gerade nach meinem Lieblingsessen – aber was tut man nicht alles, um der Libido ein wenig einzuheizen.

Gemüseauflauf und Kimchi

Aus diesen Zutaten etwas Schmackhaftes zu kochen, ist eine Herausforderung. Die nächsten Tage esse ich Gemüseauflauf mit Käse und Nüssen sowie Trutenbrust mit Sauerkraut oder Kimchi. Die Schokolade und Beeren als Snack zwischendurch bereiten weniger Probleme. Ganz übel ist das Glas Kefir zum Frühstück – das Sauermilchgetränk schmeckt nach Käsefüssen und mir wird jedes Mal übel davon.

Um festzustellen, ob sich an meiner sexuellen Lust tatsächlich etwas ändert, führe ich ein Sex-Protokoll: Täglich halte ich auf dem iPhone mein Level an sexueller Lust fest, notiere, wie häufig ich masturbiere und wie oft und intensiv ich Sex habe.

Blähbauch und Hautunreinheiten

Bis auf einen grandiosen Blähbauch bemerke ich in der ersten Woche kaum Veränderungen. Die eine oder andere Hautunreinheit – wohl von der Ernährungsumstellung – zeigt sich ebenfalls. Dass ich mich damit nicht gerade attraktiv fühle, ist klar. Zwar masturbiere ich vermehrt, aber das hängt eher mit meinem neu erworbenen Vibrator zusammen, der mich noch immer begeistert. Ansonsten herrscht eher tote Hose.

In der zweiten Woche scheint sich mein Körper an die Ernährungsumstellung gewöhnt zu haben. Aber zum wilden Tier bin ich nicht mutiert und der erwartete Libido-Anstieg lässt weiter auf sich warten. Immerhin fühle ich mich insgesamt fitter, aber die gewonnene Energie stecke ich lieber in mein Sozial- und Sportprogramm.

Fazit: Ich bemerke einige körperliche Veränderungen, aber keinen Anstieg meiner Lust. Vielleicht müsste ich die Diät auch einfach etwas länger durchziehen, was mir schwerfällt, da sie nicht gerade meinem kulinarischen Gusto entspricht – bis auf die zwei Gläser Wein natürlich. Die behalte ich weiterhin auf dem Ernährungsplan.

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