Macht sich strafbar, wer nicht auf Abblendlicht wechselt?

Macht sich strafbar, wer nicht auf Abblendlicht wechselt? Die AGVS-Experten wissen Bescheid. 

Macht sich strafbar, wer nicht auf Abblendlicht wechselt? Die AGVS-Experten wissen Bescheid. 

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LichtvariantenMacht sich strafbar, wer nicht auf Abblendlicht wechselt?

Stefan will wissen, ob es stimmt, dass die Lichtautomatik nicht in jedem Fall von Tagfahrlicht auf Abblendlicht wechselt. Und ob man auch für zu viel statt zu wenig Licht eine Busse kriegt.

von
AGVS-Expertenteam

Frage von Stefan ans AGVS-Expertenteam:

Bei schlechten Lichtverhältnissen tagsüber sehe ich immer wieder Fahrzeuge, deren Rückleuchten nicht an sind oder die nicht ins Abblendlicht wechseln. Hat das mit der Lichtautomatik oder Tagfahrlichtern zu tun? Schlechte Beleuchtung bei anderen Fahrzeugen stört mich vor allem im Herbst beim frühen Eindunkeln, ich will etwas sehen und gesehen werden. Bei meinem alten Wagen nutze ich zur Sicherheit ab und zu auch das Nebellicht, ist dies zulässig?

Antwort: 

Lieber Stefan

In der Schweiz ist seit dem 1. Januar 2014 das Fahren mit Licht am Tag – also Abblendlicht oder Tagfahrlicht – Pflicht. Das Bundesamt für Strassen definiert dabei das Tagfahrlicht als «ein nach vorne gerichtetes Licht, welches das Fahrzeug leichter erkennbar macht, wenn es bei Tageslicht fährt». Bei vielen Autofahrerinnen und -fahrern geht dabei leider oft vergessen, dass beim Fahren mit Tagfahrlicht die Rücklichter in der Regel (es gibt Ausnahmen bei einzelnen Fahrzeugmodellen) dabei nicht eingeschaltet sind. Sie verlassen sich zu sehr auf die Lichtautomatik und deren automatische Steuerung.

Bei Dunkelheit sind die Sensoren «clever» genug und stellen im Automatikmodus von Tagfahrlicht auf Abblendlicht um, und somit werden die Heckleuchten eingeschaltet. Doch nicht alle Autos haben eine Sensorik, die Dämmerung, Regen oder Nebel gut erkennt, daher muss man hier als Lenkerin oder Lenker zwingend selbst eingreifen und auf Abblendlicht wechseln. Denn Tagfahrleuchten bieten bei Nebel und auch Regen im Vergleich zu Abblend- und Nebelleuchten keine ausreichende Beleuchtung vorne. Und vor allem bleiben die Rückleuchten aus, was in dichtem Nebel oder starkem Regen fatale Folgen haben kann.

Wer in Tunnels oder auch bei schlechten Sichtverhältnissen nicht vom Tagfahr- aufs Abblendlicht umschaltet, verstösst gegen die Verkehrsregelnverordnung.

AGVS-Expertenteam

Zudem verstösst man gegen Art. 30 Abs. 1 Verkehrsregelnverordnung (VRV), wenn man in Tunnels oder auch bei schlechten Sichtverhältnissen nicht vom Tagfahr- aufs Abblendlicht umschaltet, was gemäss Ziff. 324 Ordnungsbussenverordnung (OBV) mit einer Busse von40 Franken geahndet werden kann. Nicht nur zu wenig Licht kann Einfluss aufs Haushaltsbudget haben, sondern auch zu viel. Denn wer bei an sich guter Sicht mit Nebellicht (das übrigens vorne tagsüber wirkungslos ist) durch die Gegend kurvt, kann von der Polizei mit 40 Franken (Ziff. 325 OBV) zur Kasse gebeten werden. Denn grundsätzlich dürfen Nebelleuchten erst bei eingeschränkter Sicht eingeschaltet werden. Eine Angabe zur Sichtweite in Metern gibt es im Gesetz nicht mehr. Als Faustregel gelten unter 200 Meter Sichtweite für die vorderen Nebellichter. Die hinteren schaltet man idealerweise erst bei unter 50 Meter Sichtweite ein, da sie sonst sehr stark blenden.

Wer bei guter Sicht mit Nebellicht durch die Gegend kurvt, kann von der Polizei mit 40 Franken zur Kasse gebeten werden.

AGVS-Expertenteam

Wichtig ist jedoch gerade in der jetzigen Zeit nicht nur das Ein- und wieder Ausschalten der Lichter, sondern vor allem die korrekte Einstellung der Scheinwerfer. Denn gerade in der Übergangszeit ist es besonders wichtig, dass der Gegenverkehr nicht geblendet und die Fahrbahn ideal ausgeleuchtet wird. Dazu bietet sich übrigens ein Lichttest an, der sich auch problemlos mit einem Reifenwechsel verbinden lässt. Ein allgemeiner Lichttest beinhaltet die Prüfung der gesamten Beleuchtung. 

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Scheinwerfer gehören zu den sicherheitsrelevanten Bauteilen am Auto, und ihre einwandfreie Funktion – speziell in der dunklen Jahreszeit – sollte jederzeit gewährleistet sein. AGVS-Garagisten stehen ihren Kunden dabei gerne zur Seite, prüfen nicht nur Einstellwinkel und Beleuchtungshöhe, sondern kontrollieren auch die Leuchtstärke und nehmen bei Bedarf die nötigen Reparaturen vor, so dass man danach wieder im wahrsten Sinne des Wortes als leuchtendes Vorbild unterwegs ist.

Gute Fahrt!

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