Machtdemonstration: Iga Swiatek triumphiert beim French Open
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Final-Sieg gegen Cori GauffMachtdemonstration von Swiatek – Polin triumphiert beim French Open

Iga Swiatek heisst die French-Open-Siegerin 2022. Die Weltnummer eins aus Polen schnappt sich den Titel in Roland Garros mit einem deutlichen Zwei-Satz-Sieg im Final gegen US-Supertalent Cori Gauff (WTA 23).

von
Florian Gnägi
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Iga Swiatek ist French-Open-Champion 2022.

Iga Swiatek ist French-Open-Champion 2022.

AFP
Die Polin triumphiert in Roland Garros nach 2020 schon zum zweiten Mal.

Die Polin triumphiert in Roland Garros nach 2020 schon zum zweiten Mal.

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Für die erst 18-jährige US-Amerikanerin Cori Gauff gab es gegen Swiatek nichts zu holen.

Für die erst 18-jährige US-Amerikanerin Cori Gauff gab es gegen Swiatek nichts zu holen.

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Darum gehts

Als Iga Swiatek 2020 zum ersten Mal das French Open gewann, hatte sie kaum ein Experte zuoberst auf der Liste der Turnier-Favoritinnen. Zwei Jahre später sah das dann ganz anders aus. Kein Wunder, denn die Polin reiste mit dem Selbstvertrauen von fünf aufeinanderfolgenden Turnier-Siegen nach Paris, um sich ihren zweiten Grand-Slam-Titel zu holen.

In Roland Garros gab Swiatek auf dem Weg ins Endspiel nur einen einzigen Satz im 1/8-Final gegen die Chinesin Qinwen Zheng (WTA 74) ab. Im Final am Samstag folgte dann gegen US-Supertalent Cori Gauff (WTA 23) die nächste Swiatek-Show – und was für eine!

Erster Satz nach 33 Minuten vorbei

Die Dominatorin der WTA-Tour nahm das Zepter vor den Augen von Landsmann und Weltfussballer Robert Lewandowski im Publikum auf dem Court Phillipe Chatrier gleich von Beginn weg in die Hand, nahm ihrer Gegnerin beim ersten Aufschlagspiel den Service ab und führte nach 18 Minuten bereits mit zwei Breaks.

Die erst 18-jährige Gauff legte mit fortlaufender Spieldauer ihre Anfangsnervosität zwar ab, konnte  aber die wie im Rausch aufspielende Swiatek nicht daran hindern, den ersten Satz nach bloss 33 Minuten gleich mit 6:1 für sich zu entscheiden. Zum Vergleich: Beim Männer-Viertelfinal Djokovic gegen Nadal dauerten die ersten vier Games etwa gleich lang.

Swiatek dreht Break-Rückstand im Zweiten

Im zweiten Durchgang wollte es die Weltnummer eins der Frauen dann zu Beginn etwas zu schnell machen und kassierte nach einigen überhasteten Fehlern gleich im ersten Game das Break. Gauff bestätigte das Break zwar erst, musste ihren Service aber schon im darauffolgenden Aufschlagspiel wieder abgeben.

Swiatek übernahm nach dem Zwischenhoch der Amerikanerin erneut das Momentum und powerte ihre Gegnerin mit sagenhaften Schlägen regelrecht vom Platz. Am Ende verwertet sie nach einer Stunde und zehn Minuten Spielzeit ihren ersten Matchball bei eigenem Aufschlag und ist damit zum zweiten Mal French-Open-Champion.

2,3 Millionen Preisgeld und Williams-Rekord im Sack

Der Titelgewinn ist gleichbedeutend mit dem 35. Matchgewinn von Swiatek in Folge. Eine solche Serie hatte zuvor nur Venus Williams im Jahr 2000 geschafft, nun egalisiert die Polin den Rekord der US-Legende. Neben dem Eintrag in die Tennis-Historie winkt der 21-Jährigen auch eine Mega-Prämie. Für den Titel beim wichtigsten Sandplatzturnier der Welt streicht sie umgerechnet fast 2,3 Millionen Franken ein.

Nach der Partie wird die Siegerin emotional – und denkt an die Menschen in der Ukraine. «Haltet durch, der Krieg ist immer noch da», sagte die 21-Jährige bei der Siegerehrung in Paris. Die 15’000 Zuschauer auf dem Court Philippe Chatrier applaudierten danach lange stehend. Swiatek hatte während des gesamten Turniers über mit einer kleinen Ukraine-Flagge an ihrer Schiebermütze gespielt.

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