Aktualisiert 03.10.2011 09:15

Nächste Rochaden erwartetMachtkämpfe in der UBS dauern an

Axel Weber, designierter UBS-VR-Präsident, kann bei der Nachfolge von Oswald Grübel mitreden. Nicht gerade zur Freude von Kaspar Villiger. Dieser könnte bald selber unter Druck geraten.

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mlu
Haben andere Favoriten für die Nachfolge von UBS-CEO Oswald Grübel: Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger (l.) und sein designierter Nachfolger Axel Weber. (Bilder: Keystone)

Haben andere Favoriten für die Nachfolge von UBS-CEO Oswald Grübel: Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger (l.) und sein designierter Nachfolger Axel Weber. (Bilder: Keystone)

Wie lange bleibt Interims-CEO Sergio Ermotti an der Spitze der UBS? Laut einem Bericht des «Tages-Anzeigers» nicht sehr lange. Ermotti sei nicht der Lieblingskandidat des designierten Verwaltungsratspräsidenten Axel Weber. Dieser bevorzuge Hugo Bänziger, der seit 2006 als Risikochef der Deutschen Bank in deren Vorstand sitzt.

Weber kann sich mit voller Kraft für seinen Kandidaten einsetzen: Er hat von der UBS einen Beratervertrag bekommen, damit er bei der Grübel-Nachfolge mitreden kann, wie die Grossbank gegenüber der Zeitung bestätigt. Das dürfte den momentanen Verwaltungsratspräsidenten Kaspar Villiger nicht gerade erfreuen. Er waltet als Präsident des Nominationsausschusses. Und als sein Favorit gilt der jetzige Interims-CEO, Sergio Ermotti.

Headhunter sucht Grübel-Nachfolger

Ermotti wurde just in dieser Phase massiv destabilisiert: Wie das «Wall Street Journal» letzten Donnerstag schrieb, habe die UBS das Headhunter-Unternehmen Egon Zehnder International mit der Suche nach einem Grübel-Nachfolger beauftragt. Eine Massnahme, die Ermottis Position nicht gerade stärken dürfte.

Auch Kaspar Villiger könnte durch den 2-Milliarden-Verlust bald stärker unter Druck geraten. Bislang schlitterte die Affäre am alt Bundesrat vorbei. Doch wie ein Blick des «Tages-Anzeigers» auf das Organigramm der Grossbank zeigt, steht auch er direkt in der Verantwortung: «Um völlige Unabhängigkeit von der Geschäftsleitung zu gewährleisten, ist der Leiter der Konzernrevision, James P. Oates, direkt dem Präsidenten des Verwaltungsrates und dem Risikoausschuss unterstellt», steht im Geschäftsbericht der Grossbank.

Soweit bislang bekannt, ermöglichten Schwachstellen in der Informatik und ein jahrelanges Versagen der Kontrolle seiner Vorgesetzten die Verluste von Schummeltrader Kweku Adoboli. Mindestens die Informatik-Probleme müssten nach Ansicht des «Tages-Anzeigers» in den Revisionsberichten erwähnt worden sein. Wenn hier im Wissen um die Sicherheitslücken gespart worden sei, trage der Verwaltungsrat eine Mitschuld – und somit auch Kaspar Villiger. Gut möglich, dass innerhalb der UBS bald die nächsten Köpfe rollen.

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