Bern-Belp: Machtkampf um Berner Flughafen geht weiter
Aktualisiert

Bern-BelpMachtkampf um Berner Flughafen geht weiter

Die Fluggesellschaft Skywork will ihren Einfluss bei der Airport-Betreiberin Alpar erhöhen. Investor Daniel Borer zeigt sich dialogbereit und distanziert sich von einer unfreundlichen Übernahme.

Ein Flugzeug der Skywork Airlines steht auf dem Flughafen Bern-Belp.

Ein Flugzeug der Skywork Airlines steht auf dem Flughafen Bern-Belp.

Der Machtkampf um den Flughafen Bern-Belp wird erst nächstes Jahr entschieden. Der Verwaltungsrat der Airport-Betreiberin Alpar will sich zunächst mit der unzufriedenen Investorengruppe aussprechen.

Angeführt wird diese Gruppe von Daniel Borer, dem Geldgeber der rasch wachsenden Fluggesellschaft Skywork. Die Airline hat schon öfters zu verstehen gegeben, dass sie sich als Homebase Carrier in Bern-Belp eine bessere Behandlung wünscht.

Das könnte sie erreichen, wenn sie ihren Einfluss im Alpar-Verwaltungsrat erhöhen kann. An der Sitzung vom Dienstag beantragten die Investoren deshalb die Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung und vorgezogene Neuwahlen.

Der Alpar-Verwaltungsrat vertagte einen Entscheid dazu auf Januar, wie er am Mittwoch mitteilte. Zugleich berief er eine gemeinsame Arbeitsgruppe ein. Hier wollen die Parteien ausloten, wie sich etwa betriebliche Abläufe verbessern und das Geschäftsfeld abseits des Flugverkehrs stärken liesse.

«Keine unfreundliche Übernahme»

Die Investoren zeigten sich dialogbereit. «Wir streben keine unfreundliche Übernahme von Alpar an», betonte Borer. Flughafen und Skywork seien wie siamesische Zwillinge, erklärte er. Beide müssten überleben können, deshalb wolle seine Gruppe Einfluss auf die Entwicklung des Flughafens nehmen.

Im übrigen hielten sich die Investoren bedeckt. Die Höhe der Flughafentaxen ist sicher ein Thema, wie aus den Ausführungen hervorging. Offenbar geht es auch um Optimierungen wie die Schaffung von Business-Rooms und die Erweiterung des Gastronomie-Angebots.

Der Alpar-Verwaltungsrat betonte grundsätzlich seine Dialogbereitschaft. Er erinnerte aber auch daran, dass der Flughafen noch andere Partner habe - zum Beispiel die Helvetic Airways, die Flugschulen, den Lufttransportdienst des Bundes und die Rega. (sda)

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