Aktualisiert 08.03.2011 16:54

Sandwich überholt BurgerMachtwechsel in der Fastfood-Branche

McDonald's ist nicht mehr die Nummer eins im Fastfood-Business: Die Sandwichkette Subway betreibt weltweit mehr Filialen als die Hamburgerbrater.

von
Sandro Spaeth
Subway hat McDonald's bei der weltweiten Anzahl Filialen von der Spitze verdrängt. Auch für die Schweiz hat die Sandwich-Kette grosse Pläne.

Subway hat McDonald's bei der weltweiten Anzahl Filialen von der Spitze verdrängt. Auch für die Schweiz hat die Sandwich-Kette grosse Pläne.

Der Take-away-Boom beflügelt die Baguette- und Sandwichkette Subway. Laut Unternehmensangaben gab es Ende 2010 weltweit 33 749 Subway-Restaurants. Damit hat Subway Mc Donald's überholt. Die Burgerbrater aus der Gegend von Chicago führten zum selben Zeitpunkt nur 32 737 Filialen.

In den USA hatte Sandwich-Verkäufer Subway den Branchenprimus McDonald's bereits im Jahr 2002 überholt. Aktuell betreibt Subway in den USA laut dem «Wall Street Journal» über 24 000 Filialen. Der Sandwich- und Baguette-Gigant setzt aber vor allem auf internationales Wachstum. Kürzlich eröffnete Subway die tausendste Filiale in Asien. Entwicklungs-Chef Don Fertman erwartet, dass die Anzahl Standorte im Ausland bis ins Jahr 2020 jene in den USA übersteigen.

Das Erfolgsgeheimnis des Sandwich-Riesen mit Hauptsitz in Milford im Bundesstaat Connecticut ist das Franchise-Geschäftsmodell. Dabei stellt Subway den Restaurantbetreibern gegen Entgelt die Nutzung des Geschäftskonzepts zur Verfügung. Zwar funktioniert auch McDonald's weitgehend über Franchise-Nehmer, Subway hat laut eigenen Angaben aber folgenden Vorteil: Eine Filiale der Sandwich- und Bageutte-Kette ist wegen der kleineren Fläche meist günstiger zu betreiben als jene der Konkurrenz.

Subway: grosse Expansion in der Schweiz

In der Schweiz ist Subway den Hamburgerbratern von Mc Donald's aber noch massiv unterlegen. Die Sandwiches und Baguettes werden hierzulande erst an acht Standorten verkauft. Zum Vergleich: McDonald's führt in der Schweiz 150 Filialen und erzielte 2009 einen Umsatz von 660 Millionen Franken. Zu den Expansionsplänen für dieses Jahr wollte sich McDonald's auf Anfrage von 20 Minuten Online nicht äussern. 2010 eröffnete der Fast-Food-Riese in der Schweiz drei neue Restaurants.

Offensiver punkto Wachstumsstrategie gibt sich Subway: «2011 werden wir fünf bis sechs weitere Standorte eröffnen», sagt Subway-Schweiz-Chef Heiko Trautwein zu 20 Minuten Online. Weit fortgeschritten seien die Verhandlungen in Kreuzlingen und Egerkingen. Zudem öffnet im April eine Subway-Filiale in Vaduz (FL). «Wir würden gerne in den grösseren Städten weitere Restaurants eröffnen, finden aber oft keine Standorte», erklärt Trautwein. So gibt es in Zürich zwar zwei Subway-Restaurants, aber noch keines in Bern. Das wollen mehrere Facebook-Gruppen ändern: «Wir wollen endlich ein Subway-Lokal in Bern!», lautet die Forderung.

Ende der Neuzigerjahre versuchte Subway in der Schweiz bereits einmal Fuss zu fassen. Das Experiment scheiterte aber und Subway verkaufte die rund fünf Restaurants an die New York Pizza Connection. 2007 startete der Baguette- und Sandwichverkäufer zum zweiten Mal. «Die Zeit ist jetzt reif für den grossen Durchbruch», sagt Trautwein. Die aktuelle Markenbekanntheit von Subway habe sich gegenüber dem ersten Versuch vor zehn Jahren enorm vergrössert. Zudem werde «gesünderer und frischer Fastfood» laut Trautwein immer wichtig, was Subway entgegenkomme. «Langfristig wollen wir bei der Anzahl Filialen in der Schweiz mit McDonald's mitziehen», gibt sich Trautwein zuversichtlich.

McDonald's: Beim Umsatz an der Spitze

Auch wenn McDonald's bei der Anzahl weltweiter Filialen gegen Subway aktuell den Kürzeren zieht, haben die Hamburgerbrater beim Umsatz die Nase vorn: 2010 strich der Fastfood-Gigant 24 Milliarden Dollar Umsatz ein, während es Subway auf lediglich 15,2 Milliarden schaffte. 10,5 Milliarden Dollar des Subway-Umsatzes entfielen auf die USA.

Möglicherweise wird McDonald's die Führung in der Anzahl weltweiter Filialen aber bald wieder an sich reissen: Der Grund: Der Fastfood-Riese will in den Ländern Asiens wachsen. Insbesondere Inder essen statt Chicken-Curry immer mehr Chicken Nuggets. 2011 sollen in Indien mehr als 45 neue McDonald's-Restaurants ihre Tore eröffnen.

Schnellverpflegung wächst

Fastfood ist in der Schweiz auf dem Vormarsch. Im Jahr 2009 gaben die Hungrigen für Schnellverpflegung rund 2,4 Milliarden Franken aus. Damit stieg der Anteil des Fastoods am gesamten Gastronomie-Umsatz des Branchenverbandes Gastrosuisse um 3,5 auf 15,9 Prozent. Dieser Anteil ist aber im internationalen Vergleich bescheiden: In England schätzen Experten den Take-away-Anteil auf mehr als 30 Prozent.

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