Yukio Hatoyama gewinnt: Machtwechsel in Japan
Aktualisiert

Yukio Hatoyama gewinntMachtwechsel in Japan

In Japan zeichnet sich ein historischer Machtwechsel ab: Bei der Wahl zum mächtigen Unterhaus stimmten nach übereinstimmenden Prognosen japanischer Medien rund zwei Drittel der Wähler für die grösste Oppositionspartei, die Demokratische Partei Japans (DPJ) unter dem Hoffnungsträger Yukio Hatoyama.

Danach hat am Sonntag die DPJ die regierenden Liberaldemokratische Partei (LDP) von Ministerpräsident Taro Aso haushoch besiegt. Hatoyama wäre die Wahl durch das Unterhaus zum neuen Regierungschef sicher, die seit mehr als einem halben Jahrhundert fast ununterbrochene Macht der LDP beendet.

Hatoyamas Partei könnte laut den Befragungen von Wählern nach Stimmenabgabe auf mehr als 300 der insgesamt 480 Sitze in der mächtigen Parlamentskammer kommen. Bisher hatte sie 112. Die LDP kommt demnach lediglich auf etwa 100 Sitze. Ein ranghoher LDP- Vertreter räumte bereits die historische Wahlniederlage seiner Partei ein.

Wie der Grossvater

Hatoyama stammt aus einer Politikerdynastie: schon der Grossvater war Premier, sein Vater Aussenminister, sein jüngerer Bruder Innenminister.

Er versprach, die DPJ werde die bisherige von «Bürokraten geführte unverantwortliche Politik» beenden. Die Partei will vor allem denen helfen, die am stärksten von der Krise betroffen sind. So will sie unter anderem das Kindergeld erhöhen, die Gebühren für höhere Schulen und Autobahnen abschaffen und den Bauern Mindesteinkommen geben. Aussenpolitisch will sich Hatoyama stärker von den USA abnabeln und bessere Beziehungen zu asiatischen Ländern aufbauen.

(sda)

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