Mad Madam rettet Schweizer Girl-Rap
Aktualisiert

Mad Madam rettet Schweizer Girl-Rap

Frische Beats aus Frauenhänden: Mit ihrem Solo-Debüt küsst DJ Mad Madam den Schweizer Lady-Hip-Hop 2003 doch noch aus dem Dornröschenschlaf.

Still wars dieses Jahr bei den Schweizer Hip-Hop-Frauen. Während 2002 mit Big Zis (27, «Keini So») und Zora (28, «Z-A») gleich zwei bekannte Hip-Hop-Ladys den Männern den Marsch reimten, gab es 2003 bisher keinen weiblichen CH-Rap-Release.

Höchste Zeit also für den Auftritt von DJ Mad Madam. Scratchte die 25-Jährige letztes Jahr noch auf dem Big-Zis-Album, betritt sie mit ihrer EP «Eichle und Möse» nun erstmals Solo-Pfade. Die Idee für den provoziernden Titel kam ihr, als sie auf einem Waldspaziergang über Eicheln und Moos stapfte, wie die DJane zu Prokoll gibt. Über ihre Beats liess sie Freunde wie Greis (25) rappen. «Für die MCs war die EP eine perfekte Spielwiese, um Dampf abzulassen und andere Stile auszuprobieren», sagt Mad Madam. So versucht sich Big Zis im Track «Bluetige Sunntig» in Spoken Word – einer poetischen Erzählform, in der die Reime langsamer fliessen als beim normalen Rap.

Weiterhin keine neuen Töne wird es von der anderen Schweizer Rap-Queen des letzten Jahres geben. Zora wohnt jetzt in Hamburg und zeichnet momentan lieber, als dass sie rappt.

Claudia Schmid

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