«Madame le ministre» liebt den Luxus
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«Madame le ministre» liebt den Luxus

Rachida Dati ist die Vorzeige-Frau in Nicolas Sarkozys Regierung. Die aus einfachen Verhältnissen stammende Justizministerin verkörpert Glamour – und gibt dafür mehr Geld aus, als im Staatshaushalt vorgesehen ist.

Sie ist ebenso schön wie ehrgeizig. Die 43-jährige Rachida Dati gehört seit Jahren zum engsten Kreis um Nicolas Sarkozy. Nach seiner Wahl zum Präsidenten machte er die Tochter marokkanischer Einwanderer zur Justizministerin. Sie begleitet ihn auch regelmässig auf Auslandsreisen, letzte Woche etwa nach Grossbritannien, wo sie auch am Staatsbankett der Queen auf Schloss Windsor teilnahm. Und bei einem Empfang für Israels Präsident Shimon Peres zeigte sie sich kürzlich in Paris in extravaganten Kleid.

Das hat seinen Preis. Wie «sueddeutsche.de» mit Bezug auf das französische Internetportal Mediapart berichtete, hat «Madame le ministre» im letzten Jahr deutlich mehr Geld für Repräsentationszwecke ausgegeben, als ihr von Staates wegen zur Verfügung stünde. Um nicht weniger als 30 Prozent soll sie das Budget überzogen haben. Ein Sprecher ihres Ministerium bestätigte dies und nannte als Grund, dass Dati am Vorabend des Nationaleiertags einen grossen Empfang gegeben habe.

Mehr als die Hälfte ausgeben

Ein einmaliger Effekt? Zweifel sind angebracht, denn die rührige Ministerin hat im ersten Vierteljahr 2008 bereits wieder 176 400 Franken für persönliche Auslagen ausgegeben, wie der Sprecher bestätigen musste. Das ist mehr als die Hälfte der 314 000 Franken, die ihr für das ganze Jahr zustehen. Kürzlich etwa lud Rachida Dati 230 Vertreterinnen der Justiz in ihr Ministerium ein, Zugfahrt erster Klasse und anschliessendes Essen inbegriffen. Alles sei «sehr einfach gehalten gewesen», verteidigte sich der Sprecher gemäss dem Bericht.

Datis Vorliebe für Luxus zeigte sich im letzten Herbst, als sie sich in Dior-Kleidern für das Magazin «Paris Match» fotografieren liess. Das sorgte für einiges Aufsehen und noch mehr Aufregung. Doch Nicolas Sarkozy hält zu seiner Vorzeige-Ministerin, die auch für die gelungen Integration von Menschen aus Nordafrika steht. Bei den Kommunalwahlen eroberte sie das Rathaus des wohlhabenden VII. Arrondissements von Paris – dank ihrem Mentor im Elysée.

(pbl)

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