Madonna gekreuzigt - Kirche entsetzt
Aktualisiert

Madonna gekreuzigt - Kirche entsetzt

Sie beherrscht die Kunst der Provokation noch immer: Am Kreuz hängend begeistert die Königin des Pop ihre Fans - und zieht die den Zorn von Kirchenvertretern aus aller Welt auf sich.

«Warum hat es jemand mit so viel Talent nötig, sich selber zu promoten, indem er so viele Leute beleidigt?» Die fragenden Worte des Protestes richtete die Church of England in einer offiziellen Botschaft an die Öffentlichkeit. Stein des Anstosses ist Madonnas neue Bühnenshow: Neben funkelnden Disco-Kugeln und Sado-Maso-Anspielungen hängt Madonna auch in Kreuzigungs-Pose an einem gigantischen Glitzerkreuz, während sie die Ballade «Live To Tell» singt, wie die «BBC» am 23. Mai 2006 berichtet.

Auch David Muir, Sprecher der britischen «Evangelical Alliance», ist empört: Madonnas Verhalten sei «absolut unsensibel», und ihr «Gebrauch von christlichen Symbolen» sei «ein Missbrauch und gefährlich».

In den USA schlagen Christen ebenfalls Alarm, wie die Nachrichtenagentur AP meldet: Der Präsident der Katholischen Liga, Bill Donohue, forderte, dass die Show-Einlage aus dem Programm gestrichen wird. «Das ist einfach erbärmlich», erklärte Donohue am Montag. Zwar habe Madonna schon in der Vergangenheit christliche Symbole unangemessen eingesetzt, doch er habe angenommen, dass die Beschäftigung mit der jüdischen Kabbala ihr neuen Respekt vor der Religion eingeflösst habe.

In der Tat hatte Madonna schon früh in ihrer Karriere mit christlichen Symbolen gespielt - nicht zur Freude von allen Christen. Im Jahr 1990 forderte der Papst höchstpersönlich dazu auf, die «Blond-Ambition»-Tour zu boykottieren: Während dem Song «Like a Prayer» masturbierte sie auf der Bühne mit einem Kreuz - und im dazugehörigen Video vernaschte sie gar einen Priester.

(gbr/AP)

Deine Meinung