Zugunglück in Spanien: Madrid kondoliert – den Todesopfern in China

Aktualisiert

Zugunglück in SpanienMadrid kondoliert – den Todesopfern in China

Spaniens Premier Mariano Rajoy hat den Angehörigen des Zugunglücks sein Beileid ausgesprochen. Dumm nur, dass er dafür einen Standardbrief verwendet hat.

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Das ist ein Fehler, der bei solchen Tragödien nicht passieren darf: Die spanische Regierung veröffentlichte nach dem verheerenden Zugunglück bei Santiago de Compostela im Namen von Ministerpräsident Mariano Rajoy einen Kondolenzbrief an die Angehörigen der 78 Todesopfer. Darin spricht der Regierungschef sein Beileid aus und bringt seine «Solidarität als Spanier und Galicier gegenüber den Verletzten» zum Ausdruck.

Der Brief umfasst vier Absätze. Wer ihn bis zum Schluss liest, merkt, dass die Verantwortlichen ein Standardschreiben verwendet haben, das sie für diese Gelegenheit umschrieben. Dabei haben sie vergessen, den letzten Absatz anzupassen: «Ich will mein tiefstes Beileid für den Verlust von Menschenleben und den beträchtlichen materiellen Schaden ausdrücken, den das Erdbeben von heute früh in Gansu mit sich brachte.»

Fast 80 Tote bei Zugunglück

Fehler wurde sofort behoben

Offenbar war der Text schon zwei Tage zuvor verwendet worden, als beim schweren Erdbeben im Nordwesten Chinas 95 Menschen ums Leben kamen und Zehntausende obdachlos wurden. Der Fehler wurde vom Moncloa-Palast in Madrid rasch bemerkt und inzwischen korrigiert. Die spanische Zeitung «El Mundo» speicherte allerdings ein Kopie des fehlerhaften Schreibens.

Das Zugunglück von Mittwochabend in Santiago de Compostela ist eines der schlimmsten in der spanischen Eisenbahngeschichte. Offenbar war der Schnellzug mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit in eine Kurve eingebogen und daraufhin entgleist. Experten der staatlichen Bahngesellschaft untersuchen derzeit die Unfallursache.

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