Aktualisiert 17.03.2004 10:56

Madrid: Polizei fahndet nach 20 Marokkanern

Nach den Anschlägen in Madrid mit 201 Toten fahndet die spanische Polizei inzwischen nach mindestens 20 Marokkanern.

Sie sollen nach Presseberichten vom Mittwoch der radikal-islamischen Organisation «Islamische Kampfgruppe Marokkos» (GICM) angehören.

Die GICM werde vom Terrornetzwerk El Kaida finanziert. Die Behörden des nordafrikanischen Nachbarlandes hätten Fotos von 20 Verdächtigen zur Verfügung gestellt, hiess es unter Berufung auf Ermittlerkreise. Der Gruppe gehöre vermutlich auch der festgenommene Marokkaner Jamal Zougam an, der als einer der Bombenleger gilt.

Die GICM sei 1993 unter einem anderen Namen in Pakistan von Veteranen des Afghanistan-Krieges gegründet worden. Neun ihrer mutmasslichen Mitglieder würden nach ihre Festnahme in Afghanistan im US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba festgehalten.

Acht weitere seien flüchtig und würden von mehreren Ländern steckbrieflich gesucht. Es werde nicht ausgeschlossen, dass sie in das Massaker von Madrid verwickelt gewesen seien.

Derweil durchsuchte die Polizei erneut den Telefonladen des Hauptverdächtigen Zougam im Madrider Einwandererviertel Lavapiés. Einer der zwei anderen marokkanischen Festgenommenen war bei der Ortsbesichtigung in Handschellen anwesend.

«Mörder, Mörder!» schrien einige Anwohner, wie das spanische Radio berichtete. Anschliessend wurde der Mann, der mit einer schwarzen Plastiktüte über dem Kopf versuchte, unerkannt zu bleiben, wieder abgeführt. Die Beamten hätten zwei Kisten Beweismittel sichergestellt, hiess es weiter.

(sda)

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