Aktualisiert 27.08.2017 13:23

Venezula

Maduro antwortet Trump mit riesiger Militärübung

Venezuela hat Hunderttausende Soldaten aufmarschieren lassen – als Reaktion auf die Drohung einer US-Militärintervention.

von
sep

Als Geste der Stärke gegenüber den USA hat die venezolanische Führung für ein Grossmanöver mehrere hunderttausend Soldaten aufmarschieren lassen. Armee und Bevölkerung sollten mit der Militärübung ihre Bereitschaft zur «Verteidigung des Territoriums und der Souveränität» demonstrieren, erklärte der linksnationalistische Präsident Nicolás Maduro zu Beginn des Manövers am Samstag über den Kurzbotschaftendienst Twitter.

An der zweitägigen Übung sind rund 200'000 aktive Soldaten sowie 700'000 Reservisten und Angehörige von Zivilschutzeinheiten beteiligt. Auch Panzer und Kampfflugzeuge sollen zum Einsatz kommen. Venezuelas bedrängte Führung hatte bereits zuvor klar gemacht, dass das Grossmanöver eine direkte Reaktion auf die Drohung von US-Präsident Donald Trump mit einer militärischen Intervention sei.

1 / 6
Venezuela lässt die Muskeln spielen: Maduro liess Hunderttausende Soldaten in Caracas  aufmarschieren. (26. August 2017)

Venezuela lässt die Muskeln spielen: Maduro liess Hunderttausende Soldaten in Caracas aufmarschieren. (26. August 2017)

Keystone/Ricardo Mazalan
Soldaten bei der Pressekonferenz vom ranghohen Militärmitglied und Admiral Remigio Ceballos.

Soldaten bei der Pressekonferenz vom ranghohen Militärmitglied und Admiral Remigio Ceballos.

Keystone/Ricardo Mazalan
Bei den Übungen nahmen sowohl das Militär, als auch die Zivilbevölkerung teil.

Bei den Übungen nahmen sowohl das Militär, als auch die Zivilbevölkerung teil.

Keystone/Miguel Gutierrez

Manöver gegen die «imperialistische Aggression»

Der US-Präsident hatte vor zwei Wochen erklärt, dass er zur Lösung der Krise in Venezuela auch eine militärische Option für denkbar hält. Hochrangige Vertreter seiner Regierung waren danach aber um Beschwichtigung bemüht und beteuerten, dass es keine konkreten Pläne für eine militärische Intervention in Venezuela gibt. Am Freitag hatte das Weisse Haus dann Finanzsanktionen angekündigt, die Venezuela empfindlich treffen könnten.

1 / 3
Alle Möglichkeiten lägen auf dem Tisch: US-Präsident Donald Trump spricht in seinem Golfclub vor den Medien. (11. August 2017)

Alle Möglichkeiten lägen auf dem Tisch: US-Präsident Donald Trump spricht in seinem Golfclub vor den Medien. (11. August 2017)

Keystone/Pablo Martinez Monsivais
Trump besprach sich mit Aussenminister Rex Tillerson, Nikki Haley, US-Botschafterin der Uno, und H.R. McMaster, dem nationalen Sicherheitsberater.

Trump besprach sich mit Aussenminister Rex Tillerson, Nikki Haley, US-Botschafterin der Uno, und H.R. McMaster, dem nationalen Sicherheitsberater.

Keystone/Pablo Martinez Monsivais
Neben Nordkorea waren auch die Krise in Venezuela und damit Präsident Maduro ein Thema.

Neben Nordkorea waren auch die Krise in Venezuela und damit Präsident Maduro ein Thema.

Keystone

Verteidigungsminister Vladimir Padrino López erklärte am Samstag, das Grossmanöver richte sich gegen die «imperialistische Aggression». Am Samstag stünden Schiessübungen im Mittelpunkt, am Sonntag solle es dann um Gefechtsübungen gehen.

125 Menschen bei Protesten getötet

Nach Einschätzung der venezolanischen Militäranalysten Rocío San Miguel verfolgt das Manöver auch das Ziel, die Streitkräfte auf Loyalität zur Regierung einzuschwören. Mit der Betonung der «anti-imperialistischen Linie» sollten kritische Stimmen in den Streitkräften zum Verstummen gebracht werden, sagte San Miguel. Präsident Maduro hatte die Streitkräfte am Donnerstag dazu aufgerufen, die Ränge zu schliessen. «Diejenigen, die Zweifel hegen, sollen die Armee sofort verlassen», hatte er gesagt.

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen der linksnationalistischen Regierung und der Mitte-rechts-Opposition. Kritiker im In- und Ausland werfen der Regierung vor, die Demokratie in dem wirtschaftlich schwer gebeutelten Ölstaat abzuschaffen und eine Diktatur zu errichten. Mindestens 125 Menschen wurden bei den politischen Unruhen seit Anfang April getötet. (sep/afp)

Fehler gefunden?Jetzt melden.