Unruhen in Venezuela: Maduro und Opposition setzen sich an einen Tisch
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Unruhen in VenezuelaMaduro und Opposition setzen sich an einen Tisch

Bereits 40 Personen starben bei den blutigen Kämpfen in Venezuela. Damit soll jetzt Schluss sein. Sowohl die Regierung wie auch die Opposition stimmen Schlichtungsgesprächen zu.

Nach fast zwei Monaten blutiger Auseinandersetzungen wollen sich die venezolanische Regierung und die Opposition an einen Tisch setzen. Präsident Nicolás Maduro und Vertreter des gemässigten Bündnisses MUD erklärten sich am Dienstag zu Verhandlungen bereit, um den Konflikt friedlich beizulegen.

Der Apostolische Nuntius Aldo Giordano soll zwischen den verfeindeten Lagern vermitteln. «Wir wollen Gerechtigkeit und Frieden. Wir wollen ein Venezuela, das die Venezolaner verdient haben», sagte Vizepräsident Jorge Arreaza nach den Sondierungsgesprächen.

«Das sind wir dem Volk schuldig»

Die Regierung sei bereit, mit der Opposition über Wirtschafts- und Sicherheitsthemen zu sprechen. Kein Verständnis habe er allerdings für undemokratische Gruppen, die versuchten, Präsident Maduro zu stürzen.

«Wir haben verschiedene Visionen – die können wir auch haben», sagte MUD-Generalsekretär Ramón Guillermo Aveledo. «Das Entscheidende ist, dass wir respektvoll miteinander umgehen und unsere Differenzen beilegen. Das sind wir dem Volk schuldig.»

Die Gespräche mit der Regierung sind innerhalb der Opposition umstritten. Sie sei nicht bereit zu einem Dialog, «der die Diktatur stabilisiert», sagte die radikale Regierungskritikerin María Corina Machado der Zeitung «El Universal».

«Wissen, wie die Diktatur verhandelt»

Auf dem Twitter-Kanal des inhaftierten Oppositionsführers Leopoldo López hiess es: «Ich glaube fest an den Dialog, aber aufrecht, nicht auf Knien. Nach 15 Jahren wissen wir, wie die Diktatur verhandelt.»

Die Annäherung der verfeindeten Lager war von einer Delegation des Staatenbündnisses Unasur eingefädelt worden. Seit Montag vermittelten die Aussenminister von acht südamerikanischen Staaten zwischen den Konfliktparteien. An den Gesprächen zwischen Regierung und Opposition sollen nun die Aussenamtschefs von Brasilien, Kolumbien und Ecuador als Beobachter teilnehmen.

Die USA begrüssten die Unasur-Mission. «Wir unterstützen die Vermittlungsbemühungen einer dritten Partei, um die Gewalt zu beenden und einen ehrlichen Dialog zu beginnen, der die rechtmässigen Forderungen des venezolanischen Volkes aufgreift», sagte Aussenminister John Kerry.

Kämpfe fordern 40 Tote

Bei Auseinandersetzungen zwischen Regierungsanhängern, Oppositionellen und Sicherheitskräften waren seit Mitte Februar rund 40 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 600 weitere wurden verletzt.

Der Protest der Opposition richtet sich gegen Versorgungsengpässe, die schlechte Sicherheitslage und den autoritären Regierungsstil. Präsident Maduro wirft den Demonstranten hingegen vor, seine Regierung stürzen zu wollen. (sda)

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