Aktualisiert 26.01.2020 11:59

E-Trend

Mächtig viel los auf der E-Avenue

Die Automobilhersteller machen endlich ernst und bringen in diesem Jahr jede Menge Elektroautos auf die Strassen.

von
kun
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Die Industrie macht vorwärt in Sachen E-Autos: «Ab Ende 2020» heisst es bei Ford zur voraussichtlichen Verfügbarkeit des ersten vollelektrischen Modells Mach-E.

Die Industrie macht vorwärt in Sachen E-Autos: «Ab Ende 2020» heisst es bei Ford zur voraussichtlichen Verfügbarkeit des ersten vollelektrischen Modells Mach-E.

Hersteller
Für das Einstiegsmodell werden nach vorläufigen Angaben 49560 Franken fällig, dafür bekommt man eine 75-kWh-Batterie mit einer Reichweite von bis zu 450 Kilometern.

Für das Einstiegsmodell werden nach vorläufigen Angaben 49560 Franken fällig, dafür bekommt man eine 75-kWh-Batterie mit einer Reichweite von bis zu 450 Kilometern.

Hersteller
Wie schnell sich die E-Mobilität durchsetzen wird, hängt auch von den Stromern im Einstiegssegment ab.

Wie schnell sich die E-Mobilität durchsetzen wird, hängt auch von den Stromern im Einstiegssegment ab.

Hersteller

Getrieben von der Sorge ums Klima und strengen CO2-Vorgaben aus Brüssel setzt die Autoindustrie auf Elektrofahrzeuge und baut das Angebot in diesem Jahr konsequent aus. Egal ob Kleinbus oder Stadtmini – 2020 werden fast alle Segmente unter Strom gesetzt. So umschreibt Volkswagen den ID.3 bereits als «Golf der Generation E», bevor die ersten Autos der Baureihe im Sommer ausgeliefert werden.

Diese «First Edition» kostet rund 54'000 Franken, verfügt über einen 150 kW (204 PS) starken Elektromotor und hat eine Reichweite von rund 420 Kilometern. Die Einstiegsvariante des ID.3 soll später mit 330 Kilometern Reichweite um die 32'000 Franken kosten. Auf dem Genfer Autosalon im März könnte möglicherweise eine SUV-Variante des ID.3 Premiere feiern, der ID.4 X. Auslieferungsstart frühestens zum Jahresende.

Auch im SUV-Segment

Bei Audi geht es zunächst im SUV-Segment weiter. Neben dem e-tron Sportback, den man bereits bestellen kann (ab 80'500 Franken), soll 2020 auch der Q4 e-tron Premiere feiern. Preise für den elektrischen Q4 gibt es allerdings noch nicht.

Auch in der Liga unterhalb der Kompaktklasse kommen die E-Motoren: Im PSA-Konzern (Peugeot, Citroën, Opel, DS) kann man bei den Kleinwagen zwischen dem elektrifizierten Opel Corsa und dem Peugeot e-208 wählen. Beide starten preislich knapp unter 35'000 Franken und bieten dafür eine gehobene Grundausstattung und mehr als 300 Kilometer Reichweite. Beide Modelle kann man bereits bestellen, ausliefern will der französische Konzern die ersten Fahrzeuge im Laufe des Frühjahrs.

Wer dem SUV-Segment treu bleiben möchte, aber nicht bei Premiumherstellern ordern kann, für den bietet Peugeot den Kompakt-SUV 2008 auch als E-Variante an. Der Schweizer Preis für den e-2008 steht allerdings noch nicht fest. Auf der gleichen PSA-Plattform steht der DS3 Crossback E-Tense, den es in der Schweiz ab 45'100 Franken gibt. Mit 36'990 Franklen deutlich günstiger rangiert der elektrische MX-30 von Mazda, den es von Herbst an geben soll. Jedoch bietet der Kompakt-SUV nur etwa 200 Kilometer Reichweite.

E-Van mit Stern

Bei Mercedes gibt es zwei neue E-Modelle – einmal mit sehr viel Platz (EQV) und einmal im Kompaktsegment (EQA). Die elektrische V-Klasse ist bis zu 5,37 Meter lang und schafft mit einer Akkuladung bis zu 405 Kilometer. Einen Preis findet man auf der Webseite des Herstellers noch nicht, allerdings dürfte der Van sicher nicht unter 75'000 Franken zu haben sein. Wer es etwas kleiner möchte, für den bringen die Stuttgarter in diesem Jahr auch eine Stromvariante der A-Klasse auf den Markt. Der EQA ist dabei eher ein elektrischer GLA, also ein kompakter SUV. Genauere Infos zu dem Modell gibt es noch nicht.

Mit dem Polestar 2 könnte Volvo dem Model 3 von Tesla im Mittelklasse-Segment Kunden abjagen. Ab Frühsommer soll das erste rein elektrische Modell der Volvo-Tochter ausgeliefert werden, in der ersten Version kostet der Polestar 2 nach vorläufigen Angaben mindestens 55'900 Franken. Später soll auch eine günstigere Variante folgen. In der vorerst erhältlichen "Launch Edition" versprechen die Schweden etwa 500 Kilometer Reichweite.

BMW bringt als nächsten Stromer den ix3 zu den Händlern – eine elektrische Variante des SUV X3. Genaue Leistungsdaten und Preise gibt es für den Stromer noch nicht, der äusserlich kaum von seinem Verbrenner-Pendant zu unterscheiden ist. Ebenfalls aus dem BMW-Konzern kommt der Mini Cooper SE, von dem im Frühjahr die ersten Autos an die Kunden gehen sollen. Mit 184 PS und einem 33-kWh-Akku bietet der Mini aber weniger Reichweite (270 Kilometer) als die E-Kleinwagen von Peugeot, Opel oder Renault. Doch da Mini-Kunden schon immer bereit waren, für den gewissen Kult- und Styling-Faktor ein bisschen mehr zu zahlen, dürfte sie auch der Preis von mindestens 39'900 Franken nicht abschrecken.

Alle Augen auf den Mach-E

«Ab Ende 2020» heisst es bei Ford zur voraussichtlichen Verfügbarkeit des ersten vollelektrischen Modells Mach-E. Auf der Motorhaube des E-SUV prangt das Mustang-Logo, dementsprechend wirbt der Hersteller vor allem mit der Sportlichkeit des Stromers. Für das Einstiegsmodell werden nach vorläufigen Angaben 49'560 Franken fällig, dafür bekommt man eine 75-kWh-Batterie mit einer Reichweite von bis zu 450 Kilometern. Dazu soll es auch eine Variante mit grösserem Akku geben, mit der man bis zu 600 Kilometer weit kommt. Aktuell kann man sich den Wagen gegen eine Anzahlung von 1000 Franken reservieren.

Anders als die E-Modelle vieler Hersteller hat Honda seinem ersten Stromer ein markantes, eigenes Design verpasst. Runde Scheinwerfer und eine glatte Karosserie prägen den Honda e, Kameras ersetzen die Aussenspiegel. Auch innen ist der Viertürer auf retro getrimmt. Für die aussergewöhnliche Optik verlangt Honda einen aussergewöhnlich hohen Preis: Ab 43'100 Franken kann man den Kleinwagen bestellen. Die Reichweite liegt bei 220 Kilometer.

Günstige E-Flitzer

Wie schnell sich die E-Mobilität durchsetzen wird, hängt auch von den Stromern im Einstiegssegment ab. Unter den VW-Marken können Kunden in diesem Jahr zwischen drei Modellen wählen, die sich unter dem Blech gleichen, jedoch in Design und Ausstattung leicht unterschiedlich sind: der VW e-Up, der Seat Mii electric und der Skoda Citigo e iV. Alle kommen auf bis zu 260 Kilometer Reichweite. Den Seat gibt's ab 19'850 Franken, den Skoda ab 24'950 Franken und VW ruft für den neuen e-up mindestens 25'600 Franken auf. Konkurrenz kommt überraschend von Renault: Eine E-Variante des Twingo war zunächst für 2022 geplant, doch zuletzt hiess es, dass der E-Twingo schon in diesem Jahr kommen soll und seine Weltpremiere im März an der Geneva International Motor Show feiert.

2019 wurden in der Schweiz 311'466 Neuwagen eingelöst, davon 13'165 rein elektrisch – das entspricht einem Marktanteil von 4,2 Prozent gegenüber 1,7 Prozent im Vorjahr. 2020 dürfte der Marktanteil der Stromer die 10 Prozent Marke übertreffen

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