Auf Stuxnet folgt Duqu : Mächtiger Trojaner bedroht Grosskonzerne
Aktualisiert

Auf Stuxnet folgt Duqu Mächtiger Trojaner bedroht Grosskonzerne

Er ist gefährlicher als Stuxnet und sein Angriffsziel ist bislang unbekannt. Sicherheitsexperten haben eine neue Variante des bislang mächtigsten Computerschädlings entdeckt.

von
owi/sda
Unbekannte spionieren mit einem komplexen Trojaner europäische Hersteller von Industrie-Kontrollsystemen aus. Die gestohlenen Informationen könnten für Angriffe gegen Konzerne genutzt werden.

Unbekannte spionieren mit einem komplexen Trojaner europäische Hersteller von Industrie-Kontrollsystemen aus. Die gestohlenen Informationen könnten für Angriffe gegen Konzerne genutzt werden.

Rund ein Jahr nach Stuxnet ist ein ähnliches Computervirus aufgetaucht, das Grossfirmen bedroht. Die Sicherheitssoftware-Firma Symantec erklärte in der Nacht zu Mittwoch, sie sei über ein Virus mit dem Namen Duqu informiert worden, das Stuxnet gleiche.

Die Information sei am Freitag von einem Forschungslabor mit internationalen Kontakten gekommen. Untersuchungen von Computersystemen in Europa sowie ein ausführlicher Bericht des Forschungslabors, das nicht näher bezeichnet wurde, hätten bestätigt, dass die neue Bedrohung mit Stuxnet vergleichbar sei.

Duqu ist Wegbereiter eines neuen Angriffs

«Die Erfinder von Duqu hatten Zugang zum Code von Stuxnet», teilte Symantec mit. Bei Duqu handelt es sich nach Angaben der auf Anti-Viren-Software spezialisierten US-Firma um einen sogenannten Trojaner, der den Fernzugriff auf einen Computer ermöglicht, sich aber nicht selbst vervielfältigt. Er soll Daten von Herstellern von Industrie-Kontrollsystemen ausspähen, um einen späteren Angriff zu erleichtern.

«Was uns erstaunt, ist, dass diese Leute immer noch aktiv sind», sagt Symantec-Experte O'Murchu gegenüber dem Tech-Magazin «Wired». «Wir dachten, sie hätten sich nach all der Publicity um Stuxnet zurückgezogen. Aber das ist offensichtlich nicht der Fall.» Es ist daher zu vermuten, dass die Informationen, welche die Angreifer mit ihrem Trojaner sammeln, für eine neue Cyber-Attacke genutzt werden sollen.

Der hochkomplexe Stuxnet war vor einem Jahr gezielt für Industrieprogramme entwickelt worden - damals ein Novum. Er hatte vor allem Industrie-Anlagen wie Kraftwerke oder Chemiefabriken befallen. Die Schweiz blieb damals verschont.

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