Kreisgericht See-Gaster: Mädchen angechattet und vergewaltigt
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Kreisgericht See-GasterMädchen angechattet und vergewaltigt

Via Facebook und Whatsapp hat sich ein 28-Jähriger an Minderjährige herangemacht. Nun steht er wegen Vergewaltigung und Nötigung vor Gericht.

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taw
Eines seiner mutmasslichen Opfer traf der Beschuldigte am 28.09.2013 am Bahnhof Rapperswil.

Eines seiner mutmasslichen Opfer traf der Beschuldigte am 28.09.2013 am Bahnhof Rapperswil.

Keystone/Elisabeth Guenthard

Der heute 28-Jährige muss sich am Donnerstag vor dem Kreisgericht See-Gaster verantworten. Dass es überhaupt zur Verhandlung kommt, liegt an den Eltern eines seiner mutmasslichen Opfer. Diese haben am 18. Februar 2014 bei der Kantonspolizei St. Gallen Anzeige erstattet. Der Beschuldigte soll ihre damals knapp 16-jährige Tochter im Herbst 2013 im Internet kennengelernt und in der Folge im Raum See-Gaster mehrfach sexuell missbraucht haben.

Bei der Hausdurchsuchung beim Beschuldigten im Oktober 2014 zeigte sich, dass er sich via Facebook und Whatsapp systematisch an unter 16-jährige Mädchen herangemacht hatte. Durch seine Beharrlichkeit fanden laut Anklage mehrere Treffen mit Mädchen statt, wobei es auch zu sexuellen Handlungen und Geschlechtsverkehr kam. In der Anklageschrift sind insgesamt zehn Geschädigte aufgeführt: Ihr Alter sei dem Angeklagten stets bewusst gewesen. Zudem wurde diverses pornographisches Material bei ihm sichergestellt.

Diverse Opfer, gleiche Vorgehensweise

Das erste in der Anklage aufgeführte Opfer traf der Beschuldigte im September 2013 beim Bahnhof Rapperswil. Sie war damals knapp 16-jährig. Nach ersten einvernehmlichen Liebkosungen sei er immer aufdringlicher geworden. Trotz heftiger Gegenwehr gelang es ihm laut Anklage, unter Anwendung von Gewalt in sie einzudringen. Bei einem zweiten Treffen wollte er sie erst vergeblich zu sexuellen Handlungen verleiten. Da sie glaubte, er würde wieder Gewalt anwenden und er sie unter Druck setzte, gab sie schliesslich nach.

In der Folge habe er sie mehrfach dazu gedrängt, pornographische Aufnahmen von sich selbst zu machen. Als sie ihm schliesslich Bilder von sich schickte, drohte er, ihre Eltern zu informieren oder die Bilder im Internet zu veröffentlichen, wenn sie nicht gefügig sei. Zudem schickte er ihr pornographisches Material von sich.

Sex mit 14-Jähriger gefilmt

Diesen «modus operandi», wie ihn die Staatsanwaltschaft nennt, zog er auch bei den anderen Geschädigten durch: Es begann stets mit Chatgesprächen, in denen er zu Treffen drängte. Bereits im Chat wurde er ziemlich direkt. So zitiert die Anklage etwa diesen Chatverlauf: «I het dini hoor packt, min ganze schwanz i din mul gschobe, ich het di gfesslet und dir füdlitätsch geh.» Kam es zu Treffen, wurde er laut Anklage zudringlich, was in sexuellen Übergriffen, sexueller Nötigung und Vergewaltigung endete. Teilweise sei der Geschlechtsverkehr einvernehmlich gewesen. Den Sex mit einer 14-Jährigen filmte er und verschickte das Video an Dritte. Zudem fordert er sein Gegenüber jeweils dazu auf, sich bei sexuellen Selbsthandlungen zu filmen.

Vier Jahre und eine Busse

Die Staatsanwaltschaft beantragt die Verurteilung wegen mehrfacher Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte, mehrfacher Drohung, mehrfacher Nötigung, mehrfacher sexuelle Handlungen mit einem Kind, mehrfacher sexueller Nötigung, mehrfacher Vergewaltigung und mehrfache Pornographie. Ihm drohen vier Jahre Gefängnis und eine Busse von 1000 Franken.

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