Wollte nicht mehr essen: Mädchen nach Zahnoperation verhungert
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Wollte nicht mehr essenMädchen nach Zahnoperation verhungert

Ein gebrochener Milchzahn hat für ein achtjähriges Mädchen in Grossbritannien tödliche Folgen gehabt. Die kleine Sophie sei drei Wochen nach einer Zahnoperation verhungert.

Das Mädchen hatte sich geweigert, beim Zahnarzt den Mund aufzumachen, erklärten ihre Eltern am Dienstag bei einer Untersuchung des Todesfalls. Daraufhin operierten Ärzte des Krankenhauses in Truro, rund 400 Kilometer südwestlich von London, das Kind und entfernten gleich alle sieben verbliebenen Milchzähne. Sophie verweigerte nach dem Eingriff jede Nahrungsaufnahme.

Nicht mal für die Eltern wollte das Mädchen seinen Mund noch öffnen, wie die beiden erklärten. Das Krankenhaus entliess das Kind trotzdem nach einer Woche und verwies auf die Anschlussbetreuung durch eine Kinderpsychologin. Diese forderte die Eltern nach deren Angaben auf, sich wegen des Gewichtsverlustes ihrer Tochter nicht zu sorgen. Der Hausarzt erteilte der Familie nur telefonisch Rat. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus habe Sophie kein Arzt mehr untersucht - «niemand», sagte die 34-jährige Mutter Janet W. Der Vater habe die Psychologin aus Sorge teils mehrfach am Tag angerufen. «Sie sagte, sie käme nächste Woche», erklärte die Mutter.

Rund drei Wochen nach der Operation erlag Sophie einem Nierenversagen, das durch Unterernährung und Dehydration ausgelöst worden war, wie ein pathologisches Gutachten ergab. Die andauernde Untersuchung soll die Todesursache von Dezember 2005 abschliessend klären, wie es britisches Recht in solchen Fällen erfordert. Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine Gerichtsverhandlung; weder Krankenhaus, Ärzte noch die Eltern haben eine Strafe zu befürchten. Mit dem Abschluss des Verfahrens wird in der nächsten Woche gerechnet. (dapd)

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