Aktualisiert 20.04.2007 11:59

Mädchen rauchen für die Idealfigur

Der Glimmstängel als Diät: Mehr als jedes dritte Mädchen in Deutschland raucht, statt zu essen.

Durchschnittlich 10,5 Zigaretten am Tag, eine Raucherquote von 30 Prozent und mehr als jedes dritte Mädchen raucht, um abzunehmen – das sind die besorgniserregenden Ergebnisse einer Schülerbefragung des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) für die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) und die Deutsche Krebshilfe, die in Berlin vorgestellt wurde.

Die Untersuchung wurde im Rahmen des Rauchstopp-Programms für Jugendliche und junge Erwachsene «Just be smokefree» durchgeführt. Rund 1'700 Schülerinnen und Schüler aus zwölf Schulen in Schleswig-Holstein haben an der Befragung teilgenommen.

Rauchen zum Frühstück

«Besonders die Ergebnisse unserer Befragung in puncto körperliche Abhängigkeit bereiten uns grosse Sorge», berichtet Klaus Spörkel, Abteilungsleiter Leistungen und Verträge bei der DAK. «Fast die Hälfte der rauchenden 11- bis 15-Jährigen und der 16- bis 20-Jährigen (45 Prozent) raucht die erste Zigarette bereits innerhalb der ersten Stunde nach dem Aufstehen.»

Schlankheitswahn und Nikotinsucht

Bei den Mädchen beunruhigt die DAK vor allem die Wahrnehmung der eigenen Figur. Mehr als die Hälfte aller Mädchen und fast zwei Drittel der rauchenden Mädchen wünschen sich eine andere Figur. Dabei konnte anhand des ermittelten BMIs nachgewiesen werden, dass 92 Prozent von ihnen normalgewichtig sind. «Bei unserer Befragung gaben 35 Prozent der rauchenden Mädchen ausserdem an, zu rauchen anstatt zu essen», erläutert Spörkel.

Rauchende Freunde

Die aktuelle Schülerbefragung ermittelte ausserdem Daten zum so genannten Raucherprofil: So haben 46 Prozent der rauchenden Schüler auch rauchende Mütter, rund jeder Zweite von ihnen (52 Prozent) auch rauchende Väter. Der deutlichste Zusammenhang besteht jedoch zum Rauchstatus der Freunde: 54 Prozent der rauchenden Schüler haben auch rauchende Freunde, nichtrauchende Schüler nur 13 Prozent.

Ein weiterer Zusammenhang konnte auch zwischen Rauchen und Alkoholkonsum festgestellt werden: Rauchende Schüler geben zu 62 Prozent an, sich im letzten Monat gezielt betrunken zu haben. Bei nicht-rauchenden Schülern trifft dies lediglich in 20 Prozent der Fälle zu.

Rauchstopp-Programm

Die DAK bietet ein Rauchstopp-Programm an: «Just be smokefree» sei das Einzige seiner Art und helfe bei einer Entwöhnung in Eigenregie. Selbsttest, Planung der Schritte zum Rauchstopp anhand spezieller Materialien und der Austausch mit anderen Teilnehmern über das Internet stehen dabei im Vordergrund. Die Erfolgsquote des Programms lieg laut DAK-Angaben bei 12 Prozent.

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