Schweiz: Bist du Gamer oder Chatter? Dein Geschlecht entscheidet

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SchweizBist du Gamer oder Chatter? Dein Geschlecht entscheidet

Häufiger sexuell belästigt und nachlässiger beim Datenschutz: Eine neue Studie zeigt unter anderem das Konsumverhalten von Jugendlichen auf Social Media.  

von
Monira Djurdjevic
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Mädchen steigen früher auf neuen Netzwerken ein als Jungen und werden damit zu Trendsetterinnen.

Mädchen steigen früher auf neuen Netzwerken ein als Jungen und werden damit zu Trendsetterinnen.

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Jungs gamen dafür häufiger, besonders beliebt sind Gratis-Games.

Jungs gamen dafür häufiger, besonders beliebt sind Gratis-Games.

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Soziale Netzwerke zählen weiterhin zu den wichtigsten medialen Elementen des Alltags von Jugendlichen in der Schweiz.

Soziale Netzwerke zählen weiterhin zu den wichtigsten medialen Elementen des Alltags von Jugendlichen in der Schweiz.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Bei den breit genutzten sozialen Netzwerken setzen Mädchen die Trends. Das zeigt eine neue Studie.

  • Jungs gamen dafür häufiger, besonders beliebt sind Gratis-Games.

  • Problematisch ist, dass sie beim Datenschutz nachlässiger werden und sexuelle Belästigungen weiter zugenommen haben.

Die James-Studie 2022 der ZHAW und Swisscom bildet den Medienumgang von Jugendlichen in der Schweiz ab. Hier findest du die neusten Ergebnisse. 

Mädchen sind Trendsetterinnen bei sozialen Netzwerken

Mädchen steigen früher auf neuen Netzwerken ein als Jungen und werden damit zu Trendsetterinnen. So nutzen sie aktuell Tiktok und Pinterest deutlich stärker. 2014 war dies auch schon bei Instagram der Fall. «Wenn sich dieser Trend fortsetzt, können wir die weibliche Nutzung von sozialen Netzwerken in Zukunft als Indikator für alle Jugendlichen heranziehen», sagt ZHAW-Forscher und Co-Studienleiter Gregor Waller. Soziale Netzwerke zählen weiterhin zu den wichtigsten medialen Elementen des Alltags von Jugendlichen in der Schweiz. Fast alle nutzen Whatsapp zur Kommunikation. Zudem werden Instagram (81 Prozent) und Snapchat (76 Prozent) weiterhin am häufigsten genutzt. Eine rasante Zunahme zeigt sich bei Tiktok. 67 Prozent der Jugendlichen nutzen die Plattform regelmässig (2018: 8 Prozent), wobei Mädchen die App häufiger nutzen als Jungen.  

Gratis-Games sind beliebt

Videogames sind weiterhin beliebt: 79 Prozent spielen zumindest ab und zu, wobei Jungen deutlich häufiger gamen (93 Prozent) als Mädchen (65 Prozent). Am häufigsten werden Gratis-Games gespielt (60 Prozent). Kostenpflichtige Videospiele nutzen hingegen nur 35 Prozent. Für ZHAW-Forscherin Lilian Suter ein Problem: «Free-to-play- Games sind oft nicht wirklich kostenlos, denn entweder werden die Gamerinnen und Gamer mit Werbung eingedeckt oder sie bezahlen mit ihren Daten.» Die Anzahl Jugendlicher, die regelmässig In-Game-Käufe tätigen, hat sich in zwei Jahren von drei Prozent auf aktuell acht Prozent mehr als verdoppelt.

Nationale Studie zur Jugendmediennutzung

Weniger Freunde

Rund 70 Prozent gaben an, sich in der Freizeit regelmässig mit Freunden zu treffen. Im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich jedoch, dass die Anzahl der Freundschaften abgenommen hat. Trafen sich die befragten Jugendlichen 2012 mit sieben Freunden regelmässig, sind es 2022 noch fünf. Gemäss den Forschenden setzt sich damit der Trend des Social Cocooning weiter fort. Generell werden die Freizeitaktivitäten der Jugendlichen von Jahr zu Jahr vielfältiger und individueller. Die Bandbreite der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen reicht von TV oder Filme schauen, über Sport treiben, Musik hören und gamen bis zu handwerklichen und kreativen Tätigkeiten wie Zeichnen, Malen oder draussen in der Natur sein.

Sexuelle Belästigung und Cybermobbing haben zugenommen.

Fast die Hälfte der Jugendlichen wurde bereits mindestens einmal online sexuell belästigt. 2014 waren es noch 19 Prozent. Auch Beleidigungen im Internet haben über die Jahre um fast zehn Prozent zugenommen. Mädchen (60 Prozent) sind von sexuellen Belästigungen deutlich häufiger betroffen als Jungen (33 Prozent). Knapp die Hälfte der Mädchen wurde schon einmal von einer fremden Person aufgefordert, erotische Fotos von sich selbst zu verschicken. Die ZHAW-Forschenden sehen dringenden Handlungsbedarf. So brauche es weiterhin unter anderem Angebote zur Stärkung der digitalen Selbstverteidigung.

Datenschutz und Privatsphäre werden komplexer

Beim Schutz der Privatsphäre im Netz werden Jugendliche nachlässiger: Gaben vor zehn Jahren noch 84 Prozent an, entsprechende Einstellungen in sozialen Netzwerken aktiviert zu haben, sind es aktuell nur noch 60 Prozent. Sorgen darüber, dass andere online persönliche Informationen sehen könnten, haben weiter abgenommen (2012: 38 Prozent; 2022: 28 Prozent).

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, sexuell belästigt?

Hier findest du Hilfe:

Belästigt.ch, Onlineberatung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Verzeichnis von Anlaufstellen

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

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Belästigt.ch, Onlineberatung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

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