Neues Mädchenmagazin «Kosmos»: «Mädchen sollen nicht nur Prinzessinnen als Vorbilder haben»
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Neues Mädchenmagazin «Kosmos»«Mädchen sollen nicht nur Prinzessinnen als Vorbilder haben»

Ab Dezember wird ein neues Mädchenmagazin erscheinen, das frei von Geschlechterstereotypen ist. Laura Simon, eine der Mitinitiantinnen, hat im Gespräch mit 20 Minuten erklärt, was es damit auf sich hat.

von
Lea Lozano
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Das sind die Gründerinnen von «Kosmos»: Martina Polek, Laura Simon, Marta Kosińska und Cyrielle Cordt-Moller (von links nach rechts). 

Das sind die Gründerinnen von «Kosmos»: Martina Polek, Laura Simon, Marta Kosińska und Cyrielle Cordt-Moller (von links nach rechts).

Kosmos 
Das neue Mädchenmagazin soll ab Dezember jeden zweiten Monat sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch erscheinen.

Das neue Mädchenmagazin soll ab Dezember jeden zweiten Monat sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch erscheinen.

Kosmos 
Das Ziel der Herausgeberinnen: Ein Medium für Mädchen bieten, das frei von Geschlechterstereotypen ist. 

Das Ziel der Herausgeberinnen: Ein Medium für Mädchen bieten, das frei von Geschlechterstereotypen ist.

Kosmos

Darum gehts

  • «Kosmos – Das Magazin für Mädchen (und den Rest der Welt)» soll im Dezember zum ersten Mal erscheinen.

  • Das Magazin richtet sich an Mädchen zwischen 8 und 13 Jahren und soll ihnen ein Medium frei von Genderstereotypen bieten.

  • 20 Minuten hat mit einer der Gründerinnen gesprochen.

Frei von Genderstereotypen, werbefrei und politisch unabhängig – diese Ansprüche haben die Verlegerinnen des neuen Mädchenmagazins «Kosmos», das im Dezember zum ersten Mal erscheinen soll. Im Gespräch mit 20 Minuten erklärt Mitinitiantin Laura Simon, warum es ein solches Medium braucht.

«Das Magazin richtet sich an Mädchen ab acht Jahren, weil das ein Alter ist, in dem Kinder vermehrt mit Medien und Rollenerwartungen in Berührung kommen. Unser Ziel ist es, ihnen in diesem entscheidenden Alter eine Alternative zum sonst sehr einseitigen Angebot an Mädchenmagazinen zu bieten», sagt Simon.

Nicht nur Ponys und Prinzessinnen

Durch das einseitige Angebot werde den jungen Mädchen fast schon vorgeschrieben, wie sie zu sein hätten. Dem wolle man mit «Kosmos» entgegentreten: «Die Leserinnen sollen mit vielfältigeren Infos und anderen Vorbildern konfrontiert werden als nur mit Ponys und Prinzessinnen und so die Möglichkeit erhalten, sich und die Welt besser kennen zu lernen», so Simon. Es gehe darum, die Palette dessen, was Mädchen-Sein bedeute, so offen und so breit wie möglich abzudecken.

Mode- und Beautythemen sind nicht prinzipiell falsch, findet Simon. Aber: «Wenn ein Mädchen sich besonders für solche Themen interessiert, soll dies eine bewusste Entscheidung sein und nicht nur passieren, weil es nichts anderes gibt.» Und man dürfe den Mädchen viel mehr zutrauen und solle sie ernst nehmen.

Mit Sprache etwas bewirken

Die Autorinnen achten zudem beim Verfassen der Texte darauf, so weit es Sinn macht, das generische Femininum zu verwenden. Damit sollen explizit Mädchen und Frauen angesprochen werden. «Wir hoffen, das wir auch mit der Sprache etwas bewirken können. Es soll unseren Leserinnen auffallen, dass etwas fehlt, wenn sie andere Medien konsumieren und das generische Maskulinum verwendet wird», sagt Simon.

«Kosmos» soll sechsmal im Jahr erscheinen, wobei sich jede Ausgabe einem Hauptthema widmet. Die erste Ausgabe erscheint diesen Dezember unter dem Motto «Meine Stimme» – passend zum 50-Jahr-Jubiläum des Schweizer Frauenstimmrechts 2021. «Das jeweilige Hauptthema wird in der Ausgabe aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet», erklärt Simon. «So berichten wir in der ersten Ausgabe beispielsweise zum einen vom Frauenstimmrecht, zum anderen aber auch davon, wie ein Ton entsteht.»

Bestehendes Bedürfnis

Das Magazin mit einem Umfang von 72 Seiten soll 19 Franken pro Ausgabe oder 99 Franken für ein Jahresabo kosten. Finanziert werde das Projekt bisher hauptsächlich durch Spenden. Um die Veröffentlichung der ersten Ausgaben zu finanzieren, haben die Verlegerinnen zudem am Weltmädchentag – dem 11. Oktober – ein Crowdfunding lanciert: «Der Betrag kam nach gerade mal fünf Tagen zusammen. Die vielen positiven Kommentare sind sehr ermutigend und bestätigen, dass ein grosses Bedürfnis nach einem vielfältigen Magazin für Mädchen ohne hinderliche Geschlechterstereotype besteht», so Simon.

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