22'500 pro Monat gespart: Mägenwil ist froh über den Ausbruch von Kris V.
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22'500 pro Monat gespartMägenwil ist froh über den Ausbruch von Kris V.

Die Aargauer Gemeinde Mägenwil spart derzeit pro Monat 22'500 Franken. Allerdings nur, solange der Mörder von Boi in Deutschland ist.

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Wieder in Freiheit: Kris V. wurde aus der Justizvollzugsanstalt Lenzburg entlassen.

Wieder in Freiheit: Kris V. wurde aus der Justizvollzugsanstalt Lenzburg entlassen.

Kapo AG
Am Samstag, 28. Mai 2016, flüchtete der Mörder aus der Klinik in Windisch AG. Der Schweizer hatte 2009 die 17-jährige Boi Ngoc Nguyen im Tessin mit einem Holzscheit erschlagen.

Am Samstag, 28. Mai 2016, flüchtete der Mörder aus der Klinik in Windisch AG. Der Schweizer hatte 2009 die 17-jährige Boi Ngoc Nguyen im Tessin mit einem Holzscheit erschlagen.

Kapo Aargau
Der bei der Tat 16-Jährige erhielt vor dem Jugendgericht in Baden die Höchststrafe.

Der bei der Tat 16-Jährige erhielt vor dem Jugendgericht in Baden die Höchststrafe.

Kapo Aargau

Kris V.* (22), der Mörder der 17-jährigen Boi, der aus der psychiatrischen Klinik in Windisch ausgebrochen ist, wurde gefasst. Derzeit befindet er sich in Deutschland und soll in die Schweiz ausgeliefert werden. Doch das will der 22-Jährige nicht, er wehrt sich dagegen. Und das wiederum freut die Aargauer Gemeinde Mägenwil.

Denn die Steuerzahler sparen auf diese Weise 22'500 Franken pro Monat, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. Die Gemeinde ist für die Kosten der fürsorgerischen Unterbringung von Kris V. zuständig, die sich auf rund 270'000 Franken pro Jahr beläuft. Dafür musste das 2000-Seelen-Dorf ihren Steuerfuss von 90 auf 96 Prozent erhöhen.

Wohin Kris V. kommt, ist noch unklar

«Uns hilft es, dass wir dieses Geld nun sparen, und wir sind dankbar, denn wir haben sehr knapp budgetiert», sagt Daniel Pfyl, Gemeindeammann von Mägenwil. Er sei froh um jeden Rappen, den er statt in die Unterbringung von Kris V. in das Dorf investieren könne.

Laut Fiona Strebel, Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft, wurde ein Strafverfahren im Zusammenhang mit dem Ausbruch eröffnet. Gleichzeitig prüft das Familiengericht Baden, wo Kris V. nach seiner Rückkehr untergebracht werden soll. «Wir wissen noch nicht, welche Rechnung uns erwartet», so Pfyl. Aber er könne sich vorstellen, dass die Kosten je nach Unterbringung sogar noch steigen könnten.

*Name der Redaktion bekannt.

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