Aktualisiert 03.11.2014 09:16

Gesundheits-VorsorgeMänner, habt Sex – mit möglichst vielen Frauen

Die Diagnose Prostatakrebs trifft viele Männer. Doch das Risiko lässt sich durch Sex mit mehr als 20 Frauen deutlich senken. Sex mit vielen Männern bewirkt das Gegenteil.

von
fee

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart überhaupt. Jährlich erkranken in der Schweiz rund 6000 Männer daran. Dabei gilt: Gibt es in der Verwandtschaft bereits Krebsfälle, verdoppelt sich für einen Mann das Risiko für eine Tumorerkrankung an der Vorsteherdrüse. Doch Forscher vermuten schon seit Längerem, dass die Ursachen nicht rein genetische sind, sondern die Zahl der Sexualpartner ebenfalls eine Rolle spielt.

Ob das stimmt, haben nun kanadische Forscher untersucht. Dafür analysierte ein Team von der Universität Montreal und dem Forschungsinstitut INRS Armand-Frappier in Quebec die Gesundheitsdaten von 3208 Männern, von denen 1590 zwischen 2005 und 2009 an Prostatakrebs erkrankt sind. Anschliessend verglichen Marie-Elise Parent und ihre Kollegen die Werte mit dem Sexualleben der Männer.

Viele Frauen, geringeres Risiko

Dabei zeigte sich, dass diejenigen, die laut eigener Auskunft noch Jungfrau waren, ein doppelt so hohes Risiko hatten, an Prostatakrebs zu erkranken, wie die, die bereits Geschlechtsverkehr hatten. Mehr noch: Wer mit mehr als 20 Frauen geschlafen hat, scheint sein Risiko um 28 Prozent zu senken, schreiben die Forscher im Fachjournal «Cancer Epidemiology».

Warum das so ist, ist noch offen. Aber «es ist möglich, dass viele Sexualpartnerinnen für besonders viele Ejakulationen sorgen, was für einen gewissen Schutz sorgt», wird Parent in einer Mitteilung zitiert. So deuten Studien darauf hin, dass durch die Ejakulation krebserregende Stoffe der Prostata-Flüssigkeit ausgeschwemmt werden.

Viele offene Fragen

Doch wirklich logisch erscheint die Erklärung nicht. Denn das Resultat der Studie fiel völlig anders aus, wenn die Teilnehmer ausnahmslos Sex mit dem eigenen Geschlecht hatten: Die, die angaben, mit mehr als 20 Männern intim gewesen zu sein, erhielten doppelt so häufig die Diagnose Prostatakrebs wie die, die noch nie mit einem Mann geschlafen hatten.

Möglichweise führe der Analsex zu physischen Traumata an der Prostata, so die Forscher. Ob das den Unterschied macht oder ob es einen anderen Grund gibt, sollen weitere Studien zeigen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.