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Männer mit ihrem Sexualleben zufriedener als Frauen

Männer ab 40 sind mit ihrem Sexualleben zufriedener als Frauen im gleichen Alter. Und: Die meisten Menschen, die verheiratet sind oder in einer Partnerschaft leben, bleiben bis ins hohe Alter sexuell aktiv.

Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch veröffentlichte internationale Studie der Universität Chicago. «Es gab nur sehr geringe Zusammenhänge zwischen Alter und sexuellem Wohlbefinden», sagte der Leiter der Studie, Edward Laumann. Allerdings wirkten sich andere Faktoren wie Gesundheitsprobleme oder Depressionen merklich aus.

Insgesamt wurden in 29 Ländern 27 500 Menschen zwischen 40 und 80 Jahren befragt. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift «Archives of Sexual Behavior» veröffentlicht.

In Europa, Nordamerika und Australien, wo Männer und Frauen weitgehend gleichberechtigte Sexualbeziehungen hätten, empfindet Laumann zufolge ein grösserer Anteil der Bevölkerung körperliche und geistige Freude am Sex. Dieser Anteil sei in männlich dominierten Kulturen ärmerer Länder niedriger.

Missverhältnis

Das Gefälle zwischen den Geschlechtern war demnach dagegen ein weltweites Phänomen. «Es gibt ein systematisches Missverhältnis zwischen Männern und Frauen», stellte Laumann fest. Im Schnitt sei der Anteil der Männer, die mit ihrem Sexualleben zufrieden seien, rund zehn Prozentpunkte höher als der der Frauen im selben Land.

In westlichen Ländern hätten rund zwei Drittel der Erwachsenen angegeben, sehr oder sogar extrem zufrieden mit dem Sexualleben zu sein - auch wenn es von Land zu Land Unterschiede gab.

Hohe Zufriedenheit scheint in Österreich und Spanien zu herrschen: 80 Prozent der Österreicher und 63 Prozent der Österreicherinnen bezeichnen ihr Liebesleben als gut. In Spanien sind es 73 Prozent der befragten Männer und 68 Prozent der Frauen.

Dagegen fielen die Franzosen und Schweden deutlich ab. In den USA seien drei Viertel der Männer und zwei Drittel der Frauen zufrieden mit ihrem Sex.

Sex als Pflicht

In den sexuell konservativen Kulturen des Fernen Ostens gehe es beim Sex nicht vordergründig um Vergnügen sondern um Fortpflanzung, erklärte Laumann. «Viele Frauen betrachten Sex als schmutzig, als eine Pflicht, als etwas, dass sie ertragen.»

In Japan äusserten sich nur 18 Prozent der Männer und zehn Prozent der Frauen positiv zu ihrem Sexualleben. In Taiwan gaben sogar nur sieben Prozent der Frauen an, Sex spiele eine wichtige Rolle in ihrem Leben.

Laumann zufolge zeigte die Studie auch, dass befriedigender Sex nicht gleichzusetzen ist mit einer zufrieden stellenden sexuellen Beziehung. (sda)

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