23.02.2016 16:59

Kaputte Spermien

Männer, nehmt das Handy aus dem Hosensack!

Was lange schon gemunkelt wurde, haben israelische Forscher nun nachgewiesen: Die Strahlung von Handys reduziert die Fruchtbarkeit.

von
fee

Schlechte Nachrichten für männliche Smartphone-Junkies: Ihre Fruchtbarkeit ist in Gefahr. Dies, weil die elektromagnetische Strahlung der Mobiltelefone die Spermienproduktion verringert, wie Forscher der Universität Haifa im Fachjournal «Reproductive BioMedicine Online» schreiben.

Konkret konnte das Team um Ariel Zilberlicht drei Nutzungsarten ausmachen, die zu einem deutlichen Rückgang der Spermien führten: das Nutzen und Laden des Telefons nahe am Körper sowie seine Aufbewahrung in der Nähe der Hoden.

Ergebnisse sprechen deutliche Sprache

Insgesamt hatte das Team 106 Männer während eines Jahres zu ihrer Handynutzung befragt und parallel dazu ihre Spermienzahl und -qualität untersucht.

Ergebnis: Bei über 60 Prozent der Männer, die länger als eine Stunde am Tag telefonierten, war die Konzentration der Spermien ungewöhnlich niedrig. Bei Männern, die ihr Telefon in der Hosentasche trugen, verringerte sich die Zahl der Spermien sogar um fast 50 Prozent. Besonders niedrig war die Konzentration bei jenen Männern, die telefonierten, während das Handy am Ladegerät hing.

Handy weg vom Schritt

Die Forscher vermuten, dass die Wärme des Handys und die Strahlung die Spermien erhitzen und so schädigen. In anderen Worten: Das Sperma wird kaputtgekocht. Zilberlicht und seine Kollegen empfehlen Männern daher, sich künftig beim Telefonieren kürzer zu fassen, das Smartphone nicht mehr in der Nähe des Schritts zu tragen und es nicht während des Ladens zu nutzen. Ausserdem sollten sie davon absehen, das Gerät mit ins Bett zu nehmen.

Dem widerspricht auch Fiona Mathews von der University of Exeter nicht, aber in der «Times» äusserte sie sich beruhigend: «Ich denke nicht, dass es für den Durchschnittsmann Grund zur Panik gibt.» Die Biologin war an der aktuellen Studie nicht beteiligt, allerdings hat sie 2014 mehrere Studien zu dem Thema begutachtet, die allesamt darauf hindeuteten, dass es einen Zusammenhang zwischen der erhöhten Mortalität von Spermien und der Nutzung von Handys gibt.

Weitere Studien zum Thema

Schon früher gab es Studien, die darauf hindeuteten, dass sich Handys und Spermien nicht allzu gut verstehen: 2014 zeigte eine Untersuchung, dass elektromagnetische Strahlung die Beweglichkeit und die Lebensdauer von Spermien reduziert. Ein Jahr vorher war die Umweltorganisation Environmental Working Group zu dem Schluss gekommen, dass Handys am Gürtel oder in der Tasche negative Auswirkungen auf die Spermien haben.

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