Aktualisiert 18.01.2017 06:39

Österreich

Männer ritzen Mithäftling «Hure» quer über Rücken

Schwerer Übergriff im Gefängnis: Ein 24-jähriger österreichischer Häftling wurde von anderen Insassen angegriffen und verletzt. Sie haben ihm das Wort «Hure» auf den Rücken geritzt.

von
heute.at
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Dominik P. (24) wurde im Gefängnis von Mithäftlingen attackiert.

Dominik P. (24) wurde im Gefängnis von Mithäftlingen attackiert.

privat
Die Männer schnitten dem jungen Mann das Wort «Hure» quer über den Rücken.

Die Männer schnitten dem jungen Mann das Wort «Hure» quer über den Rücken.

privat

Ein Übergriff in der Justizanstalt Hirtenberg (NÖ) schockiert Österreich: Zum Newsportal heute.at sagte die Mutter des Opfers, Manuela H.: «Zwei Mithäftlinge haben meinem Sohn schlimmste Schnittverletzungen zugefügt.»

Klaffende Fleischwunden ziehen sich über den Rücken des jungen Mannes – das Bild ihres Sohnes macht Manuela H. fassungslos. «Sie haben meinem Dominik mit Rasierklingen das Wort ‹Hure› in den Rücken geschnitten», erzählt die verzweifelte Mutter. «Ich bin nervlich völlig am Ende. Er kann im Sommer nie wieder ohne T-Shirt gehen, weil er von Narben übersät bleiben wird.»

Trotz seiner jugendlichen 24 Jahre hat Dominik P. neben den körperlichen bereits zahlreiche seelische Schrammen: «Sein Vater wurde in Linz vor zehn Jahren erstochen. Dominik fand daraufhin falsche Freunde, geriet auf die schiefe Bahn – und ist nun wegen Einbruchsdelikten in Hirtenberg», so Manuela H.

Gefängnis-Direktor erschüttert: «Sowas noch nie gesehen»

Dass Dominik P. dort derart übel zugerichtet wurde, erschüttert auch den Gefängnis-Chef: «Ich mache diesen Job seit 38 Jahren – so etwas habe ich noch nicht gesehen. Aus Angst und Scham hat sich der Häftling uns leider erst nach einigen Tagen anvertraut. Da konnten Ärzte die Wunden nicht mehr nähen, sondern nur noch verbinden», sagt Alfred Steinacher.

«Wir kennen einen mutmasslichen Täter und haben ihn von den anderen abgesondert. Dem Opfer wurde die Verlegung in ein anderes Gefängnis angeboten», so der Anstaltsleiter. Gegen den Übeltäter, der laut «Heute»-Informationen wegen Raubes einsitzt, ermittelt nun der Staatsanwalt.

«Sorgfaltspflicht in der Justizanstalt ist zu hinterfragen»

Bereits hat auch Volksanwältin Gertrude Brinek, die für Beschwerden im Justizbereich zuständig ist, ein Prüfverfahren eingeleitet. Zu den Vorfällen hinter Gittern sagt Brinek: «Ich bin erschüttert.»

Die Volksanwaltschaft (Ombudsstelle zur Kontrolle der öffentlichen Verwaltung) fordert nicht nur die Betreuung für Opfer und Angehörige, sondern auch Konsequenzen im Justizbereich.«Die Sorgfalts- und Aufsichtspflichten in der Justizanstalt Hirtenberg werden zu hinterfragen sein. Es ist zu klären, unter welchen Umständen so ein Vorfall möglich war.»

Seine Mutter hat indes nur einen Wunsch:«Ich hoffe, dass Dominik anständig versorgt wird. Er hat starke Schmerzen.»

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