Aktualisiert 04.01.2014 08:53

FirmengründungMänner scheitern öfter als Frauen

Erstmals wurden im vergangenen Jahr über 40'000 neue Firmen gegründet. Dabei zeigt sich: Frauen haben ein besseres Händchen. Das grösste Plus an Neugründungen gab es im Tessin.

von
hoy

2013 war ein Jahr der Start-ups: Mit 40'829 neu in das Schweizer Handelsregister eingetragenen Unternehmen wurde 2013 ein neuer Rekordwert erreicht. Dies entspricht einer deutlichen Zunahme von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem ab der zweiten Jahreshälfte ergriffen zunehmend mehr Jungunternehmer die Chance und gründeten ihre eigene Firma, wie die Gründerplattform startups.ch in einer Mitteilung vermeldet.

Zu den beliebtesten Orten zählt der Kanton Zürich mit einem Plus von 6,7 Prozent. Fast jedes sechste neue Unternehmen wird mittlerweile dort gegründet. Noch vor Jahresfrist verzeichnete der Kanton Zürich ein Minus von 4,7 Prozent. Am meisten zugelegt hat jedoch der Kanton Tessin mit einem Plus von 14,7 Prozent. Deutlich an Boden verloren hingegen jene Kantone, die bislang als Steuerparadiese punkten konnten. Am stärksten traf es Appenzell Innerrhoden (minus 9,8 Prozent), aber auch Zug (minus 3,2 Prozent) und Schwyz (minus 4,3 Prozent) mussten Federn lassen. Insgesamt wurden zwei Drittel der Firmen von Schweizern gegründet, unter den ausländischen Neugründern sind die Deutschen am stärksten vertreten.

Frauen sind besser vorbereitet

Auffallend ist, dass immer mehr Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Jede vierte Firma wird inzwischen von einer Frau gegründet. Noch vor 20 Jahren gingen gerade einmal fünf Prozent der Firmengründungen auf das weibliche Geschlecht zurück. Dabei brauchen sich die Frauen überhaupt nicht zu verstecken, sie beweisen oft das bessere Händchen, wenn es darum geht, eine Firmenidee erfolgreich umzusetzen. startups.ch-CEO Michele Blasucci unterstützt Jungunternehmen in ihren Unterfangen und er kann sich nicht erinnern, wann das letzte Mal eine Mandantin von ihm Konkurs ging. Ganz im Gegensatz zu den männlichen Neugründern: «Diese fallen oftmals mit der Tür ins Haus und merken erst im Nachhinein, dass es so nicht geht», sagt Blasucci. Frauen hingegen würden jeden Schritt akribisch vorbereiten und wüssten so ganz genau, auf welches Risiko sie sich einlassen.

Frauen sind bei der Firmengründung im Schnitt auch zwei Jahre älter als ihre männlichen Kollegen. Dies, weil sie zuvor meist noch mit der Kindererziehung beschäftigt sind. Frauen stossen deshalb auch grösstenteils in die Bereiche vor, wo sich Familie und Beruf vereinbaren lassen. So drehen sich die Firmenideen von Frauen meist um Beauty, Wellness sowie Kommunikation und Marketing. Die Gründung von Hightech-Unternehmen ist jedoch weiterhin eine Männerdomäne. Der Grund dafür ist laut Blasucci simpel: «Trotz allem ist in unserem kulturellen Kontext das Bild von der Frau als Kindererzieherin und dem Mann als Ernährer noch stark verankert.»

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