Aktualisiert 12.01.2016 10:53

Rat von SexologinMänner sollten im Stehen pinkeln

Die Sexologin Esther Schütz rät Männern davon ab, im Sitzen zu pinkeln. Wer dabei stehe, stärke seine Männlichkeit. Auch Onanieren solle man im Stehen.

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lüs/the
Wenn Männer sich weigern, sich beim Pinkeln hinzusetzen, handeln sie laut Sexologin Esther Schütz richtig.

Wenn Männer sich weigern, sich beim Pinkeln hinzusetzen, handeln sie laut Sexologin Esther Schütz richtig.

Kein Anbieter/Colourbox

Aus Gründen der Badezimmer-Hygiene wird von den Vertretern des männlichen Geschlechts vielerorts verlangt, dass sie sich beim Pinkeln hinsetzen. Und viele Männer von heute halten sich daran. Dies sollten sie jedoch nicht tun, wie Esther Elisabeth Schütz vom Institut für Sexualpädagogik und Sexualtherapie in Uster ZH sagt. Sie rät Männern, im Stehen zu pinkeln.

Der Grund: «Wer steht, nimmt sein Geschlecht in die Hand, schaut, muss zielen», erläutert Schütz 20 Minuten. «Wer stolz sein will auf sein männliches Geschlecht, braucht neben der Wahrnehmung der Empfindungen im Penis auch den visuellen Kontakt.»

Auch aus hygienischer Sicht ist das Pinkeln im Stehen kein Problem. «Wenn sich der Mann nach dem Pinkeln gründlich die Hände wäscht und allfällige Spritzer beseitigt, ist Stehpinkeln absolut unbedenklich», sagt Hygiene-Expertin Corinne Stutz.

Auch Selbstbefriedigung ist im Stehen besser

Und das ist nicht die einzige Tätigkeit, bei der Männer den visuellen Kontakt mit ihrem Glied pflegen sollten. Stehen sollen sie laut der Sexologin auch bei einer anderen Tätigkeit, die für die meisten Männer zum Alltag gehört: beim Onanieren.

Dass Männer sich im Liegen oder – vermehrt seit dem Beginn des Zeitalters der Internet-Pornos – im Sitzen befriedigen, ist für Schütz wie das Sitzpinkeln der männlichen Potenz abträglich. Schütz erklärt: «Beim Stehen kann der Mann den Atem in den ganzen Körper einströmen lassen. Dadurch entsteht eine Bewegung, beim Einatmen wird der Körper grösser, beim Ausatmen kleiner.» Dadurch beginne sich das Becken nach vorn und hinten zu bewegen.

Blick auf den Penis macht stolz

Und auch hier wieder gibts – wie beim Stehpinkeln – einen visuellen Kontakt zum Glied: «Der Mann kann seinen Penis anschauen und sein Ejakulat sehen.» Dies fördere seinen «Stolz auf das Mannsein».

Beim Masturbieren zu sitzen, ist nicht das Einzige bei dieser Beschäftigung, von dem Schütz abrät. «Noch immer stimulieren sich viele Männer über mechanisches Reiben des Penis und über hohe Spannung im Becken und Gesässbereich», sagt Schütz. Das habe den Nachteil, dass es die Wahrnehmung des Penis begrenze und den Atem in der Brust blockiere. Eine mögliche Folge davon sei vorzeitiger Samenerguss.

«Das Becken bewegen»

Ein anderes Vorgehen sei genussvoller, so Schütz: Der Mann sollte beim Onanieren stehend «das Becken von vorne nach hinten bewegen, begleitet von Tiefenatmung». Die Schultern seien dabei unbedingt synchron zum Becken zu bewegen. So werde der Gefühlsbereich aktiviert. Schütz: «Der Bewegungsraum wird dadurch ganzheitlicher, die sexuelle Erregung und die emotionale Erregung können sich ausbreiten.» Dies fördere die Lust und Selbstsicherheit des Mannes.

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