Aktualisiert 17.11.2017 20:51

Gefährlicher Akt

Männer sterben 11-mal öfter beim Sex als Frauen

Von wegen harmloses Liebesspiel: Vor allem für Männer endet die Kopulation oft tödlich. Das zeigen Autopsien aus den vergangenen 45 Jahren.

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38'000 Autopsien aus 45 Jahren sprechen eine deutliche Sprache: Gar nicht so selten endet das Liebesspiel im Grab – vor allem für Männer.

38'000 Autopsien aus 45 Jahren sprechen eine deutliche Sprache: Gar nicht so selten endet das Liebesspiel im Grab – vor allem für Männer.

Flickr.com/spaztacular/CC BY 2.0
Die Auswertung, die von Frankfurter Rechtsmedizinern durchgeführt wurde, zeigt: In 99 Fällen (0,26 Prozent) folgte auf das Liebesspiel der Tod, wobei sich unter den Verstorbenen nur acht Frauen befanden. (Im Bild: Szene aus «Nymphomaniac: Vol. I)

Die Auswertung, die von Frankfurter Rechtsmedizinern durchgeführt wurde, zeigt: In 99 Fällen (0,26 Prozent) folgte auf das Liebesspiel der Tod, wobei sich unter den Verstorbenen nur acht Frauen befanden. (Im Bild: Szene aus «Nymphomaniac: Vol. I)

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Etwa ein Drittel der Betroffenen (38 Fälle) starb der Auffindesituation zufolge beim Masturbieren.

Etwa ein Drittel der Betroffenen (38 Fälle) starb der Auffindesituation zufolge beim Masturbieren.

Wikimedia Commons/Gustav Klimt/PD

Sex gilt als die schönste Nebensache der Welt. Doch sie kann tödlich enden, wie die Analyse von 38'000 Autopsien aus 45 Jahren zeigt. In 99 Fällen (0,26 Prozent) folgte auf das Liebesspiel der Tod, heisst es im «Journal of Sexual Medicine». Meist traf es Männer. Unter den Sextoten befanden sich nur acht Frauen.

Von den Verstorbenen starb etwa ein Drittel beim Masturbieren (38 Fälle). Zumindest seien sie in einer entsprechenden Haltung vorgefunden worden, so die Rechtsmediziner Lena Lange und Markus Parzeller von der Goethe-Universität in Frankfurt. 43 Opfer hätten beim Eintritt des Todes mit einer Geliebten oder einer oder mehreren Prostituierten im Bett gelegen (siehe Box).

In den restlichen Fällen war die genaue Sterbesituation unklar.

Vorsicht bei Vorerkrankungen

Aus heiterem Himmel tritt das Ende aber nicht ein, so Lange und Parzeller: In den meisten Fällen habe es eine Vorerkrankung gegeben – zum Beispiel Arteriosklerose.

Damit ist es nicht verwunderlich, dass die Sextoten in der Regel Ende 50 und übergewichtig sind – denn sowohl Alter als auch zu viele Pfunde erhöhen das Risiko für einen Verschluss der Gefässe.

Als Todesursache fanden die Forscher neben den diversen Herzproblemen seltener auch Hirnblutungen oder geplatzte Aneurysmen – krankhafte Ausweitungen einer Schlagader.

Unterlassene Hilfeleistung

Begünstigt werden viele Todesfälle beim oder nach dem Sex laut Forschern um Aapo Aro vom Cedars-Sinai Heart Institute in Los Angeles durch unterlassene Hilfeleistung.

Wie das Team im «Journal of the American College of Cardiology» nach der Auswertung von rund 4500 Fällen von plötzlichem Herztod berichtet, wird nur jeder dritte Betroffene durch seinen Sexualpartner wiederbelebt.

Seitensprünge bergen Risiko

Die Frankfurter Rechtsmediziner weisen darauf hin, dass es in Fällen, bei denen ein Ehepartner nach dem Sex entschläft, nicht zu einer Autopsie in der Rechtsmedizin kommt. Todesfälle mit fremdem Sexpartner sind darum in ihrer Statistik überrepräsentiert. Daher zeige ihre Studie nicht eindeutig, ob Seitensprünge tatsächlich besonders gefährlich seien. Allerdings berichteten britische Forscher vor einigen Jahren schon, dass es so ist.

Daraufhin wurde spekuliert, ob die Männer sich bei ihren Seitensprüngen besonders anstrengen oder beweisen mussten. Auffällig war nämlich in allen Fällen, dass die jeweilige Prostituierte oder Geliebte im Schnitt 20 Jahre jünger war als ihr Sexualpartner und 13 Jahre jünger als die Ehefrau.

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