Alles glatt: Männer stürmen die Waxing-Studios

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Alles glattMänner stürmen die Waxing-Studios

Haarloser Rücken, Brust oder Po-Falte erwünscht: Der Anteil männlicher Kunden in Schweizer Waxing-Studios steigt rasant. Bei gewissen Anbietern gibt es schon Wartelisten.

von
V. Blank

Oliver Zimmerli (36) lässt sich regelmässig den Rücken waxen. 20 Minuten durfte bei einer seiner Waxing-Behandlungen mit dabei sein. (Video: V. Blank/P. Stirnemann)

Auf der Preisliste sind die Körperpartien aufgelistet, die sich mit warmem Wachs enthaaren lassen: Unterschenkel, Oberschenkel, Achseln, Intimzone und sogar Finger und Zehen. Das Angebot richtet sich längst nicht mehr nur an Frauen – die genannten Beispiele stehen auf der Männer-Preisliste der Enthaarungs-Studio-Kette Wax in the City.

Dort gehen immer mehr Männer ein und aus. «Der Anteil männlicher Kunden liegt mittlerweile bei 15 Prozent, in den letzten Jahren gab es ein enormes Wachstum», sagt Eva Baumann, Geschäftsführerin der beiden Zürcher Wax-in-the-City-Filialen. Vor allem jetzt, in den Sommermonaten, spüre man den Trend zum haarlosen Mann: «Brust und Bauch, aber auch Rücken und Schultern sind die Körperbereiche, die unsere Kunden gern enthaart haben wollen», so Baumann.

«Männer sind schmerzempfindlicher»

Am gefragtesten – bei Männern und bei Frauen – seien aber die Intim-Waxings, bei denen alle Haare komplett entfernt werden. Der «Brazilian Hollywood Man» ist für 100 Franken zu haben. Die Po-Falte kostet nochmals extra. Die Eitelkeit der Kunden ist offenbar grösser als die Schmerzen – obwohl Männer da erfahrungsgemäss etwas empfindlicher seien als Frauen, wie Filialleiterin Baumann schmunzelnd anmerkt: «Zumindest fragen sie vor einer Behandlung öfter, wie weh es tut.»

Keine Angst vor den Schmerzen eines Waxings hat Oliver Zimmerli. 20 Minuten durfte ihn während einer Behandlung filmen (siehe Video). Der 36-Jährige hat aufgehört zu zählen, wie oft er schon zu Besuch bei Wax in the City war. «Vielleicht 20- oder 30-mal?» Zimmerli lässt sich jeweils den Rücken machen – «wegen der Ästhetik», wie er sagt. Mit behaartem Rücken fühle er sich einfach nicht wohl.

«Die angenehmeren Kunden»

Glatte Männerrücken sind auch ein grosses Thema in den Studios von Caroline Heid. Sie ist Geschäftsführerin der Enthaarungs-Kette Swisswaxing und betreibt Studios in Basel, Luzern, Rapperswil und Sissach. «Bei mir beträgt der Männeranteil bei der Kundschaft mittlerweile 50 Prozent», sagt sie zu 20 Minuten.

Derzeit würden ihr die Männer regelrecht die Tür einrennen, so Heid. Ihr Kalender ist voll, die Wartezeit für einen Termin zu Randzeiten beträgt mehrere Wochen. «Die Nachfrage ist momentan so gross, dass ich sogar froh wäre, wenn klassische Kosmetikerinnen ein paar Kunden von mir übernehmen würden», so die Waxing-Spezialistin.

Leider würden sich aber viele weigern, Männer als Kunden zu akzeptieren. Gerade bei Intim-Waxings bestünden viele Berührungsängste. «Das verstehe ich – aber bei einer Brust- oder Rückenenthaarung sehe ich das Problem nicht.» Dabei seien Männer oft die angenehmeren Kunden. «Sie rasieren nicht wie die Frauen einfach drein, wenn ihnen der Abstand zwischen den Terminen zu lang wird.»

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