Samih Sawiris: Männer und ihre teuren Spielzeuge
Aktualisiert

Samih SawirisMänner und ihre teuren Spielzeuge

Der Andermatt-Investor äussert sich erstmals zu seinem Engagement beim FC Luzern. Seine Firma wird nicht beim FCL einsteigen – aber wohl er selbst.

von
Sandro Spaeth

Sawiris über Verkaufsbemühungen im Ausland und weshalb er es nicht eilig hat, die Wohnungen zu veräussern.

Der Baulöwe ist auch ein Fussballfan. In seiner Heimat Ägypten engagiert sich Milliardär Samih Sawiris beim Fussballclub der Vorzeige-Tourismusstadt El Gouna. Die Wüstenkicker der Stadt spielen in der zweiten ägyptischen Division. Auch die Stadt selbst hat Swairis 1989 aus der Taufe gehoben. Er baute an der öden Küste des Roten Meers ein Hotel und einige Villen und hatte Erfolg. Das verschlafene Nest entwickelte sich zur mondänen Feriendestination.

Ähnliches hat Sawiris in Andermatt vor. Auf dem ehemaligen Waffenplatz baut er das Swiss Alps Resort: Sechs Luxushotels, Appartements, Villen und einen Golfplatz. Sawiris' Fokus liegt derzeit bei den Verkäufen, denn damit finanziert er die weiteren Bauschritte. Die für den Investor notwendigen Verkäufe liessen sich womöglich durch ein Engagement beim FC Luzern ankurbeln. Zuletzt spekulierten verschiedene Medien, Sawiris würde beim Club einsteigen.

Wird Andermatt Swiss Alps bald Leibchensponsor bei den Luzernern? «Auf keinen Fall», sagt Sawiris. «Das möchte ich meiner Firma nicht zumuten.» Eine Beteiligung an einem Fussballklub ist laut dem Milliardär keine Investition. Er verweist auf die Erfahrung mit seinem Fussballclub in El Gouna und meint vielsagend: «Männer haben teurere Spielzeuge als Frauen.»

Sawiris Projekt in Andermatt

Persönliches Engagement beim FCL

Obwohl fürs Ferienresort ein FCL-Sponsoring nicht in Frage kommt, macht Sawiris den Luzernern Hoffnung: «Wenn, dann werde ich mich persönlich beim FC Luzern engagieren», so Sawiris. Luzern ist laut dem Investor die Hauptstadt einer Region, die für sein Projekt wichtig ist. «Da ist Unterstützung sinnvoll», so Sawiris, der in diesem Sommer über seine Firma Orascom als Hauptsponsor des Lucerne Festival auftritt. Derzeit trainiert der FC Luzern im Sawiris-Resort El Gouna – und FCL-Präsident Walter Stierli besuchte Sawiris auf dessen Luxuxjacht. «Es wäre schön, wenn wir mit dem FC Luzern weiterhin zusammenarbeiten könnten», so Sawiris

Für den Ägypter wäre ein Engagement beim FC Luzern ein Klacks. Das Wirtschaftmagazin «Forbes» schätzt sein Vermögen auf 1,5 Milliarden Franken. Vorerst will Sawiris aber den Verkauf seiner Wohnungen und Villen in Andermatt ankurbeln. Sein Ziel fürs laufende Jahr sind Kaufverträge und Reservierungen im Wert von 120 Millionen Franken. «Dieser Plan ist nicht sehr ehrgeizig», kommentierte Sawiris seine um 20 Prozent höhere Vorgabe als noch 2010. Um die budgetierten 100 Millionen für 2010 zu erreichen, legte sich Sawiris noch persönlich ins Zeug. «Ich machte meinem Bruder Druck, den Kaufvertrag für die Villa noch im Jahr 2010 zu unterzeichnen», erzählt der Investor. Er fürchtete eine Medienschelte, sollte er sein Ziel nicht erreichen, was dem Ruf des Resorts und auch dem Börsenkurs von Sawiris Firma Orascom geschadet hätte.

Verkaufspunkt in Mailand

Sawiris will seine Villen und Appartements 2011 hauptsächlich im Ausland absetzten. Man habe dort den Verkauf noch gar nicht seriös an die Hand genommen. Deshalb eröffnet er in Mailand und London bald Verkaufsbüros.

Der reichste Clan Ägyptens

Samih Swairis besitzt Resorts in Ägypten, in den Arabischen Emiraten, in Jordanien, im Oman – und bald auch in der Schweiz. In der Pipeline hat der Hotel- und Tourismusvisionär aber auch ein Projekt in Rumänien. Seine erste Million verdiente der heute 53-Jährige Ingenieur und Investor mit dem Bau von Glasfiberbooten. Eine Zeit lang war er der einzige Hersteller in Ägypten und strich bei jedem Boot bis zu 40 Prozent Gewinn ein. Damals war Sawiris erst 24 Jahre alt. Heute gelten die Sawiris (Samih hat zwei Brüder) als reichster Clan Ägyptens.

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