Beauty-Rating: Männer wollen ihre «Man Boobs» loswerden
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Beauty-RatingMänner wollen ihre «Man Boobs» loswerden

Ein Grossteil der Männer steht auf opulente Oberweiten, sprich: auf einen üppigen Busen – ausser, die «gute Handvoll» baumelt vor der eigenen Brust.

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Wir haben die männlichen Leser gefragt, welche Beauty-OP sie am ehesten machen lassen würden. Knapp 1400 User sind unserem Aufruf gefolgt und haben abgestimmt. Top-Antwort: Fettabsaugung. Nachvollziehbar - selig schlummern und dabei abnehmen, das hat schon seine Vorteile. Verständlich, dass ein solcher Eingriff ganz oben auf der Hitliste steht. Neben Rettungsring und Hüftgold scheint den Leser ein Makel besonders zu plagen. Und das ist nicht etwa ein übergrosses Riechorgan oder eine von Furchen durchzogene Stirn. Es sind die Männer-Brüste, die weg müssen.

Dass der Ruf nach einer Korrektur der Gynäkomastie, wie das Phänomen Männer-Busen in der Fachsprache genannt wird, laut ist, bestätigt PD Dr. Oliver Scheufler von der Berner Aare Klinik. Der plastische Chirurg mit Schwerpunkt Brusteingriffe operiert etwa 20 Männer mit einer Gynäkomastie pro Jahr - und in letzter Zeit haben sich die Anfragen gehäuft. Etwa 50 Prozent der Betroffenen leiden an einer ausgeprägten Form der Gynäkomastie (ab Körbchengrösse A), die andere Hälfte sind junge, körperbewusste Männer, die der Männerbusen, wenn auch klein, extrem stört. Diesen Patienten, die meist zwischen 25 und 40 Jahre alt sind, geht es primär darum, die Körperform zu perfektionieren.

Busen kann nachwachsen

Bevor ein solcher Eingriff vorgenommen wird, müssen bestimmte Faktoren ausgeschlossen werden, die eine Gynäkomastie verursachen können, wie etwa die Einnahme von Anabolika und bestimmter Medikamente oder eine hormonelle Funktionsstörung. Wenn diese nicht zuvor erkannt und beseitigt werden, kann sonst die Brust nach der Operation wieder wachsen.

Auch Übergewicht ist eine häufige Ursache für einen Männer-Busen, der dann oft auf einer Vermehrung des Fettgewebes beruht und deshalb auch als Pseudogynäkomastie bezeichnet wird. Eine Ultraschalluntersuchung der Brust kann helfen, die echte von der unechten Gynäkomastie zu unterscheiden. In der Hälfte der Fälle findet sich keine Ursache für den Männer-Busen. Vor einer Operation wird auch abgeklärt, ob sozialer Druck von aussen besteht, wie Dr. Scheufler erklärt. Bei schweren Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Operation, die sich ansonsten auf 7000-10'000 Franken belaufen können.

Junge Männer leiden besonders

Besonders bei sehr jungen Männern, die schon während der Pubertät unter der vergrösserten Brust leiden, kann eine Operation für die weitere psychische und soziale Entwicklung wichtig sein, da sonst die Gefahr besteht, dass die Betroffenen in ihrer sexuellen Entwicklung gehemmt werden und sich sozial zurückziehen.

Wie die diversen Eingriffe im Rating abgeschnitten haben, sehen Sie in der Bildstrecke.

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