Comparis-Analyse - Männer zahlen bis zu 4 Prozent mehr für Autoversicherungen als Frauen

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Comparis-AnalyseMänner zahlen bis zu 4 Prozent mehr für Autoversicherungen als Frauen

Schweizer Autoversicherer verlangen unterschiedlich hohe Prämien je nach Geschlecht. So zahlen Männer jährlich bis zu rund 44 Franken mehr als Frauen für eine Versicherung.

von
Barbara Scherer
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In der Schweiz können Autoversicherer unterschiedlich hohe Prämien je nach Geschlecht verlangen.

In der Schweiz können Autoversicherer unterschiedlich hohe Prämien je nach Geschlecht verlangen.

20min/Matthias Spicher
Dabei zahlen Männer im Schnitt mehr für eine Versicherung als Frauen.

Dabei zahlen Männer im Schnitt mehr für eine Versicherung als Frauen.

20min/Marco Zangger
So zahlen Männer bei der Postfinance fast vier Prozent mehr für eine Autoversicherung als Frauen.

So zahlen Männer bei der Postfinance fast vier Prozent mehr für eine Autoversicherung als Frauen.

Tio/20Minuti

Darum gehts

Gleichstellung gibts bei Autoversicherungen in der Schweiz nicht: Männer zahlen durchschnittlich 1,3 Prozent höhere Autoversicherungsprämien als Frauen. Das zeigt die neuste Analyse des Online-Vergleichsdienstes Comparis.

Die Zahl wirke auf den ersten Blick sehr klein, doch: «In Zeiten von Gleichberechtigungsdebatten sind geschlechterbasierte Versicherungsprämien aus der Zeit gefallen», sagt Comparis-Mobilitätsexpertin Andrea Auer. So hat etwa die EU bereits vor zehn Jahren Unisextarife für Versicherungen eingeführt.

Grösster Preisunterschied bei Postfinance

Gesamthaft hat Comparis zwölf verschiedene Anbieter ausgewertet. Am grössten ist der Preisunterschied bei Postfinance. Dort zahlen Männer 1097 Franken und Frauen 1053 Franken für die Prämie. Das sind rund 44 Franken oder etwa rund vier Prozent mehr im Jahr. 

Bei Elvia zahlen Männer durchschnittlich 3,5 Prozent und bei Axa 3,3 Prozent mehr als Frauen für eine Autoversicherung. Bei Simpego und Wefox hat das Geschlecht keinen Einfluss. Denn laut Simpego seien bezüglich Schadenskosten keine bedeutenden Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu erkennen.

Bei welchen Versicherungen unterschiedlich viel für die Prämie verlangt wird, erfährst du in der Bildergalerie oben.

Der Prämienzuschlag werde mit der Grundlage von statistischen Daten begründet, erklärt Auer. Da Männer öfter Unfälle verursachen, sollen sie mehr zahlen. Für die Berechnung verwende aber jede Versicherung andere Daten. Deshalb falle das Geschlecht bei den Versicherern auch unterschiedlich stark ins Gewicht.

So beeinflusst das Alter die Prämie:

«Dass das Geschlecht bei der Autoversicherung noch immer als Risikofaktor mit einbezogen wird, ist ungewöhnlich», so Auer. Andere Versicherungen wie die Haftpflicht, die Rechtsschutz- oder die Krankenkassen-Grundversicherung verzichten auf dieses Vorgehen.

Es sei fraglich, ob das Geschlecht als Faktor für die Prämienberechnung einbezogen werden solle. «Das passt nicht mehr in die heutige Zeit», sagt Auer zu 20 Minuten. Es sei darum durchaus möglich, dass das Geschlecht in naher Zukunft kein Bestandteil mehr für die Prämienrechnung sein wird. 

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, aufgrund der Geschlechtsidentität diskriminiert? 

Hier findest du Hilfe:

Gleichstellungsgesetz.ch, Datenbank der Fälle aus Deutschschweizer Kantonen

Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann

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