04.06.2019 13:24

Frauenstreik

Männerhass-Plakat sorgt für hitzige Diskussionen

Aktivistinnen des Frauenstreiks fordern auf einem Plakat in der Stadt Zürich dazu auf, den Mann in sich zu töten. Das sorgt im Internet für Empörung.

von
maz

Nun sorgt ein Zürcher Männerhass-Plakat im Zusammenhang mit dem Frauenstreik am 14. Juni für hitzige Diskussionen auf Social Media. Auf Twitter und Facebook verschafft sich nämlich der Schriftsteller Jürg Halter (38) Luft über ein Plakat von Aktivistinnen des Frauenstreiks in Zürich. Auf dem Plakat, das beim Spielplatz der Kalkbreite-Genossenschaft hängte, fordern die Aktivistinnen dazu auf, «den Mann in sich zu töten».

«Was denkt wohl eine mit einem Jungen schwangere Frau darüber, wenn sie das so auf dem Spielplatz liest?», schreibt Halter. Weiter fügt er an: «Wenn fundamentalistische Feministinnen den Frauenstreik für ihren Männerhass missbrauchen, stehen sie frauenhassenden Männern offenbar in nichts nach.» Das Beispiel zeige: Alle Fundamentalistinnen und Fundamentalisten seien vereint im Hass.

Für Gleichberechtigung

Viele Nutzer stimmen ihm zu. So schreibt einer: «Das Plakat finde ich auch problematisch. Ich verstehe durchaus, dass Frauen so etwas aufhängen. Nur bin ich nicht dieser Meinung, wie diese Frauen. Ich bin für Gleichberechtigung. Doch dieses Plakat schadet den berechtigten Anliegen vieler Frauen: Gleichberechtigung.»

Halter teilt diese Meinung. «Ich unterstütze den Frauenstreik aus Überzeugung», schreibt er auf Facebook. Doch man sollte sich von kleinen, radikalisierten Gruppierungen nicht davon ablenken lassen, worum es vor allem gehe: Nämlich die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Auf sich aufmerksam machen

Die Organisatoren des Frauenstreiks Zürich finden die Aussage aber weniger problematisch. «Auch mit einer kontroversen Aussage zu provozieren, kann durchaus eine Art und Weise sein, auf etwas aufmerksam zu machen», sagt Salome Schaerer von der Mediengruppe des Zürcher Frauenstreik-Kollektivs zum «Blick».

Für sie sei klar, dass die provokative Botschaft genau das erreicht hat, was sie wahrscheinlich erreichen wollte, «nämlich anecken und Debatten anregen darüber, was die akzeptierten Normen in der Gesellschaft sein sollen».

Wie Aline Diggelmann, Sprecherin der Genossenschaft Kalkbreite, zur NZZ sagt, wurde das Transparent inzwischen abgehängt. Wer dahinter steckte, wisse sie nicht. Es sei geplant, dass die Kalkbreite-Bewohnerinnen und -Bewohner an der monatlichen Versammlung am Mittwoch über das Plakat und dessen Botschaft diskutieren werden.

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