Kaum ein Zufluchtsort: Männerhaus für Opfer von Frauengewalt gefordert
Aktualisiert

Kaum ein ZufluchtsortMännerhaus für Opfer von Frauengewalt gefordert

Für Männer, die geschlagen werden, gibt es kaum Zufluchtsorte. Nun wird analog zu den Frauenhäusern ein Männerhaus gefordert.

von
Marco Lüssi

Vier Frauenhäuser gibt es im Kanton Zürich – ein Zufluchtsort für Männer, die häusliche Gewalt erleiden, existiert jedoch nicht. «Das muss sich ändern», sagt Michel Craman, Präsident des Zürcher Vereins Mannschafft, der sich für Männer in Trennung und Scheidung engagiert. Deshalb fordert er die Schaffung eines Männerhauses, wie sie auch die Berner Männerpartei propagiert. «Auch Männer, denen Gewalt angetan wird, brauchen einen Ort, wo sie Ruhe finden – möglichst zusammen mit ihren Kindern», so Craman. Anklang findet die Idee bei der Zürcher Opferberatungsstelle für gewaltbetroffene Jungen und Männer. Geschäftsleiterin Barbara Ingenberg: «Wir haben immer wieder Mühe, einen sicheren Ort für bedrohte Männer zu finden.» Ein Männerhaus würde ihrer Beratungsstelle daher die Arbeit erleichtern.

«Auch Gewalt gegen Männer muss man ernstnehmen. Wenn Bedarf nach einem solchen Haus besteht, sollte es eines geben», sagt Kathrin Arioli, Leiterin der kantonalen Fachstelle für Gleichberechtigung von Mann und Frau. Zugleich dürfe man aber nicht ausser Acht lassen, dass Männer bei häuslicher Gewalt meist Täter, nicht Opfer seien.

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