Aktualisiert 29.10.2007 15:00

Männlichkeit kann zu Tempo-Exzessen führen

Aufs Gaspedal drücken gehört zur männlichen Identität. Dass dies nicht nur ein Vorurteil ist, belegt eine wissenschaftliche Studie. Erstellt wurde sie von einer Frau.

Auch wenn die Tatsache mit Statistiken belegt werden kann, hatte Marianne Schmid Mast, Professorin am Institut für Arbeitspsychologie an der Universität Neuenburg, dennoch Gründe, der Sache wissenschaftlich auf den Grund zu gehen.

Für die Studie wurde das Verhalten von 83 jungen Männern in einem Fahrsimulator von einer Gruppen von Wissenschaftlern der Universitäten Zürich und Heidelberg unter die Lupe genommen. Die Versuchspersonen wurden in drei Gruppen eingeteilt. Jeder Gruppe wurde während des Versuches ein Tonband vorgespielt.

Die erste Gruppe hörte sich einen Text an, der mit männlichen Ausdrücken gespickt war, die zweite einen solchen mit weiblichen und die dritte einen Text mit neutralen Ausdrücken. Dabei zeigte sich, dass jene Jugendlichen, welche mit männlichen Ausdrücken beschallt wurden, zweimal schneller fuhren, als jene, die sich frauliche oder neutrale Ausdrücke anhörten.

Die Versuchspersonen seien sich nicht bewusst gewesen, dass das Abspielen dieser Texte einen Zusammenhang mit der von ihnen gewählten Geschwindkeit habe, sagte Marianne Schmid Mast. Die Resultate der Studie sollten nun in Präventionskampagnen einfliessen, hofft die Forscherin.

Männlichkeit und Geschwindigkeit sollen künftig nicht mehr in einem Atemzug genannt werden. Vorgeschlagen wird, dass Prominente wie Michael Schumacher oder George Clooney für eine Kampagne eingespannt werden, in der das Fahren mit moderaten Geschwindigkeiten propagiert wird.

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