Aktualisiert 05.03.2008 10:33

Märkli gesammelt, Schrott bekommen?

Punkteaktionen von Grossverteilern wecken bei vielen Konsumenten den Sammelinstinkt. Doch die Freude über das zum Aktionspreis erstandene Küchengerät wird oft schon nach der ersten Inbetriebnahme getrübt.

Wer je in den letzten sechs Monaten einen Coop-Laden betrat, kam an der finalen Frage nicht vorbei: «Sammlet Sie Märkli?» Rund ein halbes Jahr lang wurden Herr und Frau Schweizer Rabattcoupons für Stabmixer, Rührgerät und Digitalwage angeboten wie Sauerbier. Doch jetzt, wo die Leute ihre vollgeklebten Scheine einlösen und die Haushaltsgeräte der Firma Kuhn-Rikon zu Hause in Betrieb nehmen, hagelt es Reklamationen von enttäuschten Schnäppchenjägern und Sammlern. «Das erste Mal, dass ich diese Punkte gesammelt habe, um den Stabmixer zu kaufen ...», schreibt Andrea auf «swissmomforum.ch» und warnt: «Lasst die Finger davon! Ärgere mich sehr über diesen Kauf und frage mich, ob ich mich noch beschweren soll. Ist alles megabillig in China hergestellt ...».

Die erzürnte Konsumentin Andrea ist mit ihrem Frust nicht alleine: Derzeit machen einige Teilnehmer der letzten Märkli-Aktion «Küchenstar Trophy» von Coop ihrem Ärger im Internet Luft.

Das Konsumentenmagazin «saldo» deckte auf, dass hinter den als «erstklassige Küchengeräte von Kuhn Rikon» angepriesenen Waren nicht die Originale, sondern Geräte eines chinesischen Lizenznehmers stecken. Die angegebenen Normalpreise sollen massiv überhöht sein.

Wasserkocher sorgt für heisse Köpfe

Auch Sylvia Heuser-Zihlmann aus Sissach BL ist über ihr neu erstandenes Küchengerät wenig erfreut und erzählt: «Der Wasserkocher entwickelt einen widerlichen Geruch während des Kochens». Und Bettina Hüser aus Roggwil BE beanstandet: «Das Wasser riecht auch nach 30 oder 40 Mal kochen und wechseln immer noch grässlich.»

Coop-Sprecher Takashi Sugimoto bezieht gegenüber «saldo» Stellung zu den Vorwürfen und erklärt, dass der Anteil beanstandeter Geräte bei unter 0,5 Prozent läge. Ein generelles Problem gäbe es weder beim Wasserkocher, noch bei den Küchenmaschinen: «Ein grosser Teil der Beanstandungen sind Bedienungsfehler der Kunden», sagt Sugimoto.

Christoph Gassner, Chef von Kuhn Rikon kommt das Problem mit dem stinkenden Wasserkocher allerdings bekannt vor. Er meint aber: «Aufgrund ausführlicher Tests durch uns und durch unabhängige Labors können wir eine gesundheitsschädigende Wirkung mit höchstmöglicher Wahrscheinlichkeit ausschliessen.»

(rre)

TV-Tipp:

«Coop: Die vielen Flops der Trophy-Aktionen», heute um 21:05 Uhr im «Kassensturz» auf SF 1.

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