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Achtung, LuftfrachtMafia schoss Gras per Kanone über die Grenze

Die Polizei der mexikanischen Grenzstadt Mexicali hat eine Plastikkanone beschlagnahmt, mit der die Drogenmafia Marihuana-Päckchen über den Grenzzaun nach Kalifornien beförderte.

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Nicht nur einfallsreich, sondern auch mobil: Mexikanische Drogenschmuggler versuchten mit einem neuen Trick, die Grenzbehörden zu überlisten. Mit einer selbst gebauten Kanone schossen sie die Drogen in kleinen Päckchen über die Grenze. Das Gerät war auf einem alten Pick-up montiert. Doch die Polizei kam ihnen auf die Spur.

Die beschlagnahmte Druckluft-Kanone besteht aus einem Plastikrohr, das mit einem Metallgehäuse verbunden ist. Ein leistungsfähiger Druckluftkompressor sorgte dafür, dass die Marihuana-Pakete auch mehrere Hundert Meter weit über den Grenzzaun flogen. Die Geschosse konnten ein Gewicht von bis zu 13 Kilogramm haben.

US-Fahnder auf der Lauer

Die US-Behörden hatten ihre mexikanischen Amtskollegen auf die neue Methode aufmerksam gemacht. Auf kalifornischem Gebiet hatten Grenzwächter zahlreiche Pakete gefunden und angenommen, dass sie über den Zaun geschleudert worden waren. Offenbar hätten die Pakete dort von Drogenhändlern aufgesammelt werden sollen.

Die USA haben die Grenze zu Mexiko mit einem Zaun gesichert und nutzen Überwachungsdrohnen, um Drogenschmuggel zu unterbinden. Darum greift die mexikanische Drogenmafia seit einiger Zeit auf selbst gebaute Kanonen oder Katapulte zurück, um mit Rauschgift gefüllte Behälter in die USA zu schiessen.

Jetzt obenrum, früher untenrum

Diese neue Methode dürfte den technisch aufwendigen Bau von mehreren hundert Meter langen Schmuggler-Tunnels ersetzen. In der Vergangenheit hatten die mexikanischen Drogenkartelle ihre Ware über unterirdische Routen ins Nachbarland geschafft. Seit Anfang der 90er-Jahre haben die Ermittler mehr als 125 Tunnel unter der Grenze entdeckt.

Die Tunnelanlagen waren in der Regel bestens ausgerüstet, mit Beleuchtung, Belüftung und Schienen für den schnellen Transport der Drogen. Die Eingänge gingen bis zu 24 Meter steil in die Tiefe. In manchen Fällen war gar der Boden mit Holz ausgekleidet. Für die Mafia muss sich diese Methode trotzdem ausbezahlt haben, denn im Gegensatz zu den kleinen Päckchen konnte sie früher das Rauschgift tonnenweise schmuggeln.

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