Mafiaboss erstmals vor Gericht
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Mafiaboss erstmals vor Gericht

Der festgenommene Mafiaboss Bernardo Provenzano ist am Dienstag zu seinem ersten öffentlichen Gerichtstermin nach seiner Festnahme erschienen.

Der 73-jährige war in Palermo über eine Video-Schaltung aus seinem Gefängnis in Terni auf italienischen Festland zu sehen. Es handelte sich um eines von sechs Verfahren, die gegen Provenzano laufen, wie sein Anwalt Franco Marasa mitteilte. Diesem teilte er telefonisch mit, dass er in Terni «angemessen» behandelt werde. Wegen technischer Probleme sei die Anhörung in Palermo dann vertagt worden, sagte Marasa.

Provenzano war Mitte April auf einem Bauernhof in der Nähe seines Heimatortes Corleone auf Sizilien festgenommen worden. Der 73-Jährige tauchte 1963 unter und soll die Führung der Cosa Nostra 1993 nach der Festnahme des früheren Bosses Salvatore «Toto» Riina in Palermo übernommen haben. Provenzano hielt über schriftliche Notizen Kontakt mit der Aussenwelt und erteilte auf diesem Weg seine Befehle. Telefongespräche lehnte er ab, weil er befürchtete, sie könnten von der Polizei abgehört werden.

In Abwesenheit wurde er während seiner über 40 Jahre währenden Flucht zu lebenslanger Haft wegen mehr als ein Dutzend Morden verurteilt. Sechs Verfahren sind noch anhängig, sie reichen von Mord über Erpressung bis zu Geldwäsche. (dapd)

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